Die Systemintegration im Banking (manchmal auch als SI bezeichnet) ist ein hochkomplexer Prozess. Dabei geht es darum, zentrale Services zu modernisieren und miteinander zu verbinden, die traditionell getrennt voneinander laufen. Dazu zählen grundlegende administrative Back-End-Aufgaben für Mitarbeitende ebenso wie Produkte und Services, die Kundinnen und Kunden nutzen.

Systemintegration ist kein neues Konzept. In den letzten Jahren hat sich das Tempo jedoch deutlich erhöht. Ein Treiber dafür waren unter anderem die Veränderungen, die die Coronavirus-Pandemie für das persönliche Banking mit sich gebracht hat. Heute brauchen Menschen mehr denn je einen einfachen, ortsunabhängigen Zugang zu ihrem Geld oder zu Krediten.

Um eine Integration erfolgreich umzusetzen, muss eine Bank jedoch das richtige Gleichgewicht finden. Ziele, Budget und verfügbare personelle Ressourcen müssen zueinander passen.

In diesem Artikel beleuchten wir die unterschiedlichen Abwägungen, die bei der Planung und Umsetzung eines Systemintegrationsprojekts im Banking notwendig sind.

Michael Barskyi is an Experienced Sales Manager with a demonstrated history of working in the information technology and services industry. Skilled in Negotiation, Business Planning, Customer Service.
Michael Barskyi
Business Development Lead und Fintech-Experte

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Integration von Kernbankensystemen

Ein Projekt zur Systemintegration beginnt in der Regel mit einer Bewertung. Diese wird entweder intern oder von einem spezialisierten Entwicklungsteam durchgeführt. Ziel ist es, die Kernbankensysteme zu identifizieren, die modernisiert werden müssen, und sie gegebenenfalls zu priorisieren.

Solche Prozesse sind meist entscheidend für die Gesamtgesundheit einer Bank und umfassen unter anderem:

  • Kreditservices, zum Beispiel Wohnbau-, Auto- oder Unternehmenskredite
  • Buchhaltung, etwa die Berechnung und Auszahlung von Zinssätzen, CD-Dividenden sowie das Abziehen von Gebühren oder Strafzahlungen
  • Einzahlungen per Scheck, ACH-Überweisung oder Wire Transfer, inklusive korrekter Betriebsübertragung und Legitimitätsprüfung
  • Bargeldabhebungen durch Kundinnen und Kunden an Schaltern sowie an bankeigenen oder vernetzten Geldautomaten mit Bankkarten
  • Kundenservice per Telefon, E-Mail oder Chat
  • Website-Services wie Kontozugriff, Anträge, monatliche Kontoauszüge und der Export von Finanzdaten nach Quicken

Auch heute nutzen viele etablierte Banken noch Systeme, die auf sehr alter Software basieren. Teilweise werden Prozesse sogar noch per Papier oder Fax abgewickelt. Traditionell waren diese Banken sehr zurückhaltend, wenn es um Veränderungen ging. Doch der Marktdruck durch neue Fintech-Unternehmen und der branchenweite Drang zur Einführung moderner Technologien zwingen sie zum Umdenken, nicht zuletzt verstärkt durch Covid.

Die Zukunft des Bankings liegt in intelligentem, sicherem und einfachem Zugang. Genau das ermöglicht Systemintegration.

Diese etablierten Banken wissen, warum dieser Schritt notwendig ist. Und sie wissen auch, dass jede abgeschlossene Integration einen zusätzlichen Service oder eine neue Funktion bringt, von der alle profitieren.

  • Integration verbessert zwangsläufig die Kundenzufriedenheit, da Banking flexibler und bequemer wird.
  • Integration ermöglicht anspruchsvollere Services.
  • Integration erhöht die Gesamtsicherheit einer Bank, da Transaktionen leichter überwacht und bei Bedarf markiert werden können.
  • Integration ist zukunftsorientiert.

Gleichzeitig ist Integration ein komplexer Prozess. Jeder Fehltritt kann nicht nur unzufriedene Kundinnen und Kunden verursachen, sondern auch erhebliche finanzielle Verluste durch Hacker, Betrug oder menschliche Fehler.

Bis vor Kurzem wurde Integration oft als „Alles-oder-nichts”-Lösung verkauft. Heute können Banken gezielter vorgehen und ein Tempo wählen, das den Entwicklungsprozess nicht überlastet und das Budget nicht sprengt.

Zentrale Komponenten der CBS-Integration

Eine gut umgesetzte Integration von Kernbankensystemen führt verschiedene Finanzservices nahtlos zusammen. Die resultierende Lösung sollte Effizienz steigern, das Nutzererlebnis verbessern und regulatorische Anforderungen erfüllen. Werfen wir einen Blick auf die Grundpfeiler einer erfolgreichen CBS-Integration.

1. API-Gateway

APIs verbinden das Kernbankensystem mit Drittanwendungen. Sie ermöglichen eine sichere Kommunikation zwischen verschiedenen Finanzservices, etwa Mobile Banking, Payment-Gateways und CRM-Plattformen. Moderne Integrationen nutzen REST- und SOAP-APIs für eine stabile Anbindung.

2. Middleware und Service Bus

Middleware-Lösungen fungieren als Vermittler und sorgen für einen reibungslosen Datenfluss zwischen dem CBS und externen Anwendungen. Die Enterprise-Service-Bus-Technologie verwaltet Kommunikation, Datentransformation und Nachrichten-Routing effizient.

3. Authentifizierung und Sicherheits-Layer

Sicherheit ist ein zentraler Punkt bei der Integration von Bankensystemen. Zunächst geht es um sicheren Zugriff durch Authentifizierung und Autorisierung. Häufig kommen OAuth 2.0, OpenID Connect und SAML zum Einsatz. Zusätzlich müssen sensible Finanzdaten verschlüsselt und tokenisiert werden, sowohl im Ruhezustand als auch bei der Übertragung. Ein weiterer Baustein ist die Einhaltung regulatorischer Standards wie PSD2, PCI DSS und ISO 27001.

4. Datensynchronisation und ETL-Prozesse

Datensynchronisation stellt sicher, dass Banking-Daten in Echtzeit aktuell bleiben. ETL-Prozesse (Extract, Transform, Load) helfen dabei, Daten zu bereinigen, zu formatieren und zwischen Systemen zu übertragen. So bleiben Genauigkeit und Konsistenz erhalten.

5. Ereignisgesteuerte Architektur

Eine robuste CBS-Integration nutzt eine ereignisgesteuerte Architektur, um Transaktionen in Echtzeit zu verarbeiten. Sie ermöglicht automatische Benachrichtigungen, Betrugserkennung und sofortige Überweisungen. Das verbessert Bankprozesse und den Kundenservice.

6. Regulatorische und Compliance-Module

Die Integration von Kernbankensystemen muss lokalen und globalen Finanzvorschriften entsprechen. Automatisierte Prüfungen und Audit-Trails stellen sicher, dass Banken regelkonform handeln und Risiken minimiert werden.

Dustin

Dustin Schulze
Digital Strategy & Solutions Lead

Nahtlose Systemintegration für skalierbares Banking
Erfahren Sie, wie Dustin Schulze, Digital Strategy & Solutions Lead, Finanzinstitute dabei unterstützt, Systeme zu integrieren, das Wachstum fördern, Effizienz steigern und Echtzeitkontrolle ermöglichen. Bauen Sie ein vernetztes Banking-Ökosystem auf, ohne den laufenden Betrieb zu stören.

Architekturmodelle für die Integration von Kernbankensystemen

Abhängig von Ihren Zielen und Ihrem Ansatz bei der Integration von Kernbankensystemen können Sie zwischen mehreren Architekturstilen wählen. Dazu gehören:

  • Monolithisch
  • Schichtenbasiert
  • Serviceorientiert
  • Microservices
  • Ereignisgesteuert

Es gibt gewisse Überschneidungen mit allgemeinen Integrationsmethoden, und das ist kein Zufall. Jedes Element beeinflusst die anderen, und die Wahl des Architekturmodells bestimmt, wie Core-Banking-Integrationen umgesetzt werden.

Eine monolithische Architektur schafft eine grosse, zusammenhängende Codebasis, in der jede Komponente und jeder Prozess miteinander verknüpft ist. Dieser Ansatz kann direkter sein und es dem Team ermöglichen, geschlossen zu arbeiten. Langfristig treten jedoch Skalierungsprobleme auf, da das gesamte System aus einem komplexen Netz von Abhängigkeiten besteht und Änderungen nur langsam umgesetzt werden können.

Das schichten basierte Modell für die Integration von Geschäftssystemen im Banking teilt das System nach Zweck in Ebenen auf. Einige sind nutzerseitig sichtbar, andere ausschliesslich im Backend. Alle lassen sich unabhängig betreiben und aktualisieren. Gleichzeitig kann es zu Leistungseinbussen kommen, wenn mehrere Schichten um Ressourcen konkurrieren.

Wer sich vor Komplexität nicht scheut, kann einen serviceorientierten Ansatz wählen. Dieser hält Systeme kooperativ, ohne alles in einem einzigen grossen Datensilo zu bündeln. Allerdings stellt dieses Modell insbesondere für weniger erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler eine Herausforderung dar und kann externe Unterstützung beim Aufbau erfordern.

Die Integration von Banking-Software kann auch auf Microservices setzen. Dabei werden grosse Systeme in kleine, unabhängige Services zerlegt. Diese lassen sich separat konfigurieren und betreiben, was das System besser vor Ausfällen schützt. Testen und Wartung sind anspruchsvoll, doch der Vorteil hoher Skalierbarkeit und Widerstandsfähigkeit kann diesen Aufwand rechtfertigen.

Das letzte Integrationsmodell für Finanzsysteme ist ereignisgesteuert. Es fördert asynchrone Kommunikation, bei der Prozesse auf bestimmte Bedingungen reagieren. Die Abstimmung der Abläufe erfordert erheblichen Aufwand, kann jedoch schnelle Reaktionszeiten und hohe Effizienz gewährleisten.

Methoden zur Integration von Kernbankensystemen

Eine erfolgreiche Integration von Kernbankensystemen hängt vom richtigen Ansatz ab, um verschiedene Banking-Anwendungen und Drittservices zu verbinden. Zu den wichtigsten Methoden gehören:

1. Point-to-Point-Integration

Das Kernbankensystem wird direkt über dedizierte Schnittstellen mit externen Anwendungen verbunden. Dieser Ansatz eignet sich vor allem für kleinere Integrationen. Er kann jedoch zu hohen Wartungskosten und eingeschränkter Skalierbarkeit bei mehreren Verbindungen führen.

2. Middleware-basierte Integration

Middleware-Lösungen fungieren als Vermittler zwischen verschiedenen Banking-Anwendungen. Sie basieren auf ESB (Enterprise Service Bus) und iPaaS (Integration Platform as a Service). Ersterer dient als Kommunikationszentrale und ist entscheidend für die Integration von Legacy-Lösungen, während Letzteres die Einbindung moderner Cloud-Komponenten erleichtert.

3. API-getriebene Integration

Dies ist eine verbreitete Methode für die Integration von Kernbankensystemen. Sie fördert Agilität, Interoperabilität, Sicherheit und Datenaustausch in Echtzeit. REST- und SOAP-APIs schaffen zuverlässige Verbindungen zu Payment-Gateways, CRM-Systemen, Fintech-Anwendungen und Mobile-Banking-Plattformen.

4. Ereignisgesteuerte Integration

Die ereignisgesteuerte Architektur ermöglicht Datenaustausch in Echtzeit und automatisiert Workflows auf Basis von Banking-Ereignissen. Diese Methode unterstützt Betrugserkennung und die effiziente Abwicklung sofortiger Zahlungen. Banken können Message Broker wie Kafka und RabbitMQ einsetzen, um grosse Transaktionsvolumen zu verarbeiten. Das steigert Effizienz und Reaktionsfähigkeit.

5. Batch-Processing-Integration

Batch-Verarbeitung kommt zum Einsatz, wenn kein Echtzeit-Datenaustausch erforderlich ist. Banken nutzen diese Methode für geplante Aktualisierungen, etwa bei nächtlichen Abrechnungen oder regulatorischem Reporting. Für Echtzeittransaktionen ungeeignet, verarbeitet Batch-Integration grosse Datenmengen bei geringer Systemlast effizient.

Welche Integrationsmethode ist die beste?

Der passende Ansatz hängt von den Geschäftsanforderungen, der Systemkomplexität und den Skalierungsanforderungen ab. In vielen Fällen ist eine Kombination mehrerer Methoden sinnvoll. Die richtige Mischung ermöglicht den Aufbau einer sicheren und zukunftsfähigen Infrastruktur.

Best Practices für API-First-Core-Banking-Integration

Wie bei jedem Prozess im Banking muss auch die Integration von Kernbankensystemen sorgfältig erfolgen, um vollständige Compliance und Sicherheit zu gewährleisten. In der Praxis bedeutet dies einen kontrollierten Umgang mit API-Verbindungen sowie die Implementierung von Backups und Schutzmechanismen.

Der erste Schritt sollte eine gründliche Prüfung der APIs und die Definition klarer Authentifizierungsbedingungen sein. Es muss sichergestellt werden, dass alle Verbindungen im Rahmen von Core-Banking-Integrationen sowie bei der anschliessenden API-Nutzung validiert und genehmigt sind.

Zur Überprüfung der Systemintegrität sollten Sandbox-Tests durchgeführt werden. Diese helfen, Fehler zu identifizieren und Designentscheidungen zu treffen, die das gesamte System übersichtlich und steuerbar halten. Bewährte, branchenweit anerkannte Verschlüsselung ist dabei zwingend erforderlich. Eigene Kryptografie zu entwickeln gilt aus gutem Grund als schwerer Fehler in der Cybersicherheit.

Für Banken mit Kundschaft in der EU muss die API-Integration die PSD2-Richtlinie berücksichtigen. Dazu gehören:

  • hohe Sicherheit an allen Datenzugriffspunkten
  • verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • vollständige Protokollierung aller Aktivitäten

Diese Anforderungen sind bereits Bestandteil moderner Bankprozesse. Gleiches gilt für die DSGVO und zahlreiche US-amerikanische Wertpapiergesetze, auf die Finanzinstitute vorbereitet sein sollten.

Zur Vermeidung von Engpässen und Ausfallzeiten müssen Integrationen Mechanismen enthalten, die asynchrone Aufrufe und automatisierte Erkennungssysteme ermöglichen. Edge Computing kann dabei helfen, den Ressourcenverbrauch auszugleichen und die Plattform auch bei Spitzenlast stabil zu halten.

Wie KI-Technologien die Integration von Kernbankensystemen verbessern

Künstliche Intelligenz macht die Integration von Kernbankensystemen effizienter und skalierbarer. Zentrale Anwendungsfälle sind:

1. Intelligente Datenverarbeitung und Transformation

KI verbessert Prozesse zur Datenextraktion, -transformation und -ladung. Dadurch wird die Integration zwischen Kernbankensystemen und Drittanwendungen vereinfacht. Machine-Learning-Modelle bereinigen und strukturieren grosse Datensätze, reduzieren Fehler und erhöhen die Datenkonsistenz über Plattformen hinweg.

2. Automatisiertes API-Management

KI-gestützte API-Management-Plattformen optimieren die Interaktion zwischen Bankensystemen, Payment-Gateways und kundenorientierten Anwendungen. KI analysiert Verkehrsströme, verteilt Ressourcen dynamisch und erkennt Integrationsengpässe. Zudem verbessert sie die API-Sicherheit durch Anomalieerkennung.

3. Betrugserkennung und Risikomanagement

Die Integration von KI in Kernbankensysteme hilft, Betrug zu verhindern. KI-Algorithmen analysieren Transaktionsmuster in Echtzeit, identifizieren verdächtige Aktivitäten und lösen Warnmeldungen aus. Dieser proaktive Ansatz erhöht die Sicherheit und reduziert gleichzeitig Fehlalarme, die legitime Transaktionen beeinträchtigen könnten.

4. Verbessertes Kundenerlebnis durch KI-Chatbots

KI-Chatbots vereinfachen Kundeninteraktionen und bieten sofortige Unterstützung im Banking. Sie automatisieren Transaktionsprozesse und liefern personalisierte finanzielle Empfehlungen.

Das unerreichbare Dreieck

Ein bekanntes Sprichwort aus der Geschäftswelt gilt auch für Systemintegration:

Schnell, günstig oder gut – Sie können nur zwei davon haben.

Das bedeutet: Integration kann günstig und schnell erfolgen, ist dann aber qualitativ schwächer. Sie kann günstig und hochwertig sein, dauert jedoch länger. Oder sie ist schnell und hochwertig, aber nicht günstig. Dieses Dilemma wird als unerreichbares Dreieck bezeichnet.

Chancen und Risiken von Drittanbieter-Lösungen

Aufgrund dieser Faktoren greifen manche Banken und Entwicklungsteams auf Drittanbieter-Lösungen zurück, also auf Code oder Software, die von anderen entwickelt wurde.

Dies spart Zeit und Kosten. Solche Lösungen können die gewünschten Funktionen bereits enthalten und müssen nicht von Grund auf neu entwickelt werden. Einige sind Open Source und bieten zusätzliche Sicherheit und Flexibilität.

Der Nachteil besteht darin, dass Drittanbieter-Software nicht vollständig kontrollierbar ist:

  • Änderungen an Funktionen ohne Vorankündigung
  • integrierte, aber ungenutzte Funktionen verursachen Kosten
  • Entwicklungsstopps erzwingen einen Systemwechsel

Eine belastbare Strategie entwickeln

Nach Betrachtung aller Faktoren wird klar, warum eine klare Strategie erforderlich ist, bevor Banken ein Integrationsprojekt starten.
Identifizieren Sie die Legacy-Systeme, die integriert werden sollen

  • Überladen Sie Ihr Team nicht durch zu viele gleichzeitige Aufgaben
  • Bewerten Sie Ihr Budget realistisch und nutzen Sie es zur Zieldefinition
  • Prüfen Sie verfügbare Standardlösungen mit vergleichbarer Funktionalität
  • Berücksichtigen Sie die geringere Kontrolle bei Drittsoftware
  • Schnell, günstig oder gut – wählen Sie zwei

Regulatorische Compliance bei der Integration von Kernbankensystemen

Regulatorische Compliance ist von zentraler Bedeutung bei der Integration von Bankensystemen, da strenge Vorschriften existieren, um die Stabilität und Sicherheit finanzieller Systeme zu schützen. In diesem Abschnitt gehen wir auf die wichtigsten regulatorischen Anforderungen und deren Auswirkungen auf die Integration von Kernbankensystemen ein.

Regulatorisches Reporting

Regulatorisches Reporting erfordert äusserste Genauigkeit und Detailtreue. Die meisten Legacy-Systeme verfügen jedoch nicht über die umfassenden Reporting-Funktionen, die für Compliance bei der Integration von Kernbankensystemen erforderlich sind. Wenn veraltete oder unzureichend konzipierte Kernbankensysteme eingesetzt werden und in Berichtszeiträumen nicht die erforderlichen Daten liefern, ist Ihre Organisation gezwungen, zusätzliche Ressourcen für das Abrufen, Erfassen und Melden fehlender oder nicht zugänglicher Daten aufzuwenden.

Wenn das integrierte Bankensystem nicht auf Hauptbuchtransaktionen ausgerichtet ist und keine konzerninterne Buchhaltung innerhalb einer einzigen Plattform unterstützt, wird Ihre Organisation nicht in der Lage sein, Berichte, Berechnungen, Auszüge, Abstimmungen und ähnliche Aufgaben rechtzeitig und effizient zu erstellen. Die Trennung von Konten und Hauptbüchern über mehrere Systeme hinweg führt zu Verzögerungen im Reporting.

Verwaltung von Nutzerzugriffsrechten

Bei schlecht konzipierten Kernbankensystemen können Nutzerinnen und Nutzer mehrere kritische Aktionen ohne ausreichende Kontrolle durch andere Mitarbeitende durchführen. Beispielsweise können sie böswillige Akteure oder Hochrisikokunden onboarden, illegale Transaktionen genehmigen und Warnmeldungen aus dem Risikomonitoring umgehen, etwa im Bereich der Geldwäscheprävention oder der Terrorismusfinanzierung.

Diese Sicherheitslücken stellen erhebliche Risiken dar und unterstreichen die Notwendigkeit, dass Banken ausschliesslich Software integrieren, die eine saubere Governance von Benutzerrechten priorisiert. Dazu gehören die Trennung von Aufgaben, sodass jede Person nur Berechtigungen erhält, die ihrer jeweiligen Funktion entsprechen, sowie mehrstufige Workflows, die Prüfungen und Genehmigungen durch zuständige Stellen für kritische Aktionen vorschreiben.

Schutz von Zahlungsdaten

Der Schutz sensibler Zahlungsdaten ist in jedem Land vorgeschrieben, um unautorisierten Zugriff zu verhindern und Compliance-Standards einzuhalten. Banken müssen Benutzerberechtigungen so gestalten, dass der Umfang des Zugriffs klar durch die jeweiligen Aufgaben begründet ist.

So sollten beispielsweise Mitarbeitende in den Bereichen Terrorismusfinanzierung Bekämpfung und Geldwäscheprävention die einzigen Personen mit Zugriff auf sensible Zahlungsdaten sein. Andere Abteilungen sollten diesen Zugriff nicht erhalten, auch wenn sie das Kernbankensystem für ihre jeweiligen Aufgaben nutzen. Über die Verwaltung von Benutzerrechten hinaus müssen Banken ihre Sicherheitsvorkehrungen durch Verschlüsselungsalgorithmen und Tokenisierungstechnologien stärken, um sicherzustellen, dass Daten sowohl während der Übertragung als auch im Ruhezustand geschützt sind.

Funktionen zur Geldwäscheprävention

Um Finanzkriminalität schnell und wirksam zu verhindern, erfordern Vorschriften zur Geldwäscheprävention, zur Terrorismusfinanzierung Bekämpfung sowie weitere Integrationsrichtlinien im Banking präzise und zeitnahe Massnahmen von Banken und Finanzinstituten.

Die Fähigkeit, nahtlos mit externen Datenbanken zu interagieren, um Informationen über Kundenrisiken oder negative Reputationsmerkmale abzurufen, ist entscheidend für die Identifikation potenzieller Hochrisikokunden. Ebenso unverzichtbar sind die Festlegung von Transaktionslimits, die Nachverfolgung von Ablaufdatum für Kundendaten, das Monitoring von Kundengruppen zur Risikobewertung sowie die Durchführung von Echtzeitprüfungen im Rahmen der Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierung anhand von Transaktionsdaten. Diese Funktionen der Integration von Kernbankensystemen helfen Ihnen dabei, regulatorische Vorgaben einzuhalten.

Strategien für eine erfolgreiche Integration von Kernbankensystemen

Die Integration einer neuen Lösung in eine bestehende Kernbankeninfrastruktur bringt Risiken und Komplexität mit sich. Eine erfolgreiche Integration von Kernbankensystemen erfordert sorgfältige Planung, die Bewertung von Prozessen sowie die Zusammenarbeit mit erfahrenen Technologiepartnern.

Umfassende Planung

Bevor ein Projekt zur Integration von Kernbankensystemen gestartet wird, muss Ihre Organisation ein klares Verständnis davon haben, was erreicht werden soll und wie dieses Ziel umgesetzt werden kann. Analysieren Sie Ihre bestehenden Prozesse und Systeme im Detail, um Engpässe zu identifizieren, und definieren Sie anschliessend Ziele für das Ergebnis der Integration eines bestimmten Systems. Beispiele für solche Ziele sind:

  • Verbesserung der Compliance mit Vorschriften wie Geldwäscheprävention, Terrorismusfinanzierung Bekämpfung und DORA
  • Reibungslosere Finanztransaktionen mit minimalen Verzögerungen und Fehlern
  • Einsparungen bei den Kosten für Wartung und Betrieb von Legacy-Systemen
  • Verbesserter Kundenservice und schnellere Problemlösungen
  • Nutzung neuer Technologien wie KI, Blockchain und Cloud Computing

Prozesse bewerten und vereinfachen

Während der Integration besteht die Gefahr, bestehende Prozesse unverändert in der neuen Architektur zu übernehmen. Dies kann jedoch zu Komplikationen führen, da in der Zukunft häufig umfangreiche Anpassungen erforderlich werden, was die Umsetzbarkeit der Integration von Kernbankensystemen beeinträchtigt.

Es ist daher wichtig, bestehende Workflows und Prozesse während der Core-System-Integration zu analysieren, um festzulegen, welche Prozesse beibehalten, vereinfacht oder verworfen werden sollten. Auf diese Weise kann das neue integrierte Bankensystem an die langfristigen Ziele der Bank angepasst und der Migrationsprozess vereinfacht werden.

Migrationsplan definieren

Bei der Integration neuer Kernbankensysteme sind drei Migrationsstrategien zu berücksichtigen:

  • Schrittweise Migration: Die bestehende Architektur wird in einzelne Domänen aufgeteilt und jeweils durch neue Lösungen ersetzt. Dies ermöglicht eine phasenweise Einführung des neuen Systems und minimiert Unterbrechungen für Kundinnen und Kunden.
  • Paralleler Betrieb: Die neue Architektur wird parallel zur bestehenden betrieben. Beide Systeme verarbeiten Ereignisse gleichzeitig. Dieser Ansatz ermöglicht den Wechsel der Architektur, ohne dass sofort alle Funktionen im neuen System verfügbar sein müssen.
  • Big-Bang-Migration: Alle Daten und Systeme werden in einem einzigen Schritt migriert. Dieser Ansatz ist schneller und effizienter, jedoch auch risikoreicher. Es können Daten verloren gehen, Services beeinträchtigt werden, und der Prozess muss abgeschlossen sein, bevor das neue System vollständig integriert ist.

Neue Technologien und moderne Integrationsplattformen nutzen

Beim Wechsel der Kernbankeninfrastruktur zur Verbesserung der Kundenerfahrung, zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben und zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit sollten Organisationen den Einsatz von Cloud-Lösungen in Betracht ziehen. Diese reduzieren die Abhängigkeit von physischer Infrastruktur und erhöhen die operative Widerstandsfähigkeit, da Banken bei Bedarf skalieren können.

Neben Cloud-Technologien sind insbesondere KI-Modelle hilfreich für Echtzeit-Datenanalysen, Kundenservice, Risikomonitoring und zielgerichtetes Marketing.

Robuste Sicherheitsmassnahmen implementieren

Für eine erfolgreiche Integration von Kernbankensystemen müssen Banken sicherstellen, dass die implementierten Systeme leistungsstarke Sicherheitsmechanismen enthalten, darunter Mehrfaktor-Authentifizierung, Datenverschlüsselung und Protokolle zur Benutzerautorisierung. Der Schutz sensibler Daten während finanzieller Workflows und die Verhinderung des Missbrauchs von Kundeninformationen durch böswillige Akteure sind entscheidend für das Vertrauen und die Reputation der Bank.

Fallstudien: Erfolgreiche Integration von Kernbankensystemen in der Praxis

Im Folgenden betrachten wir reale Beispiele für die Integration von Kernbankensystemen anhand von drei Banken, die ihre Services erfolgreich transformiert und Prozesse mithilfe robuster integrierter Bankensysteme optimiert haben.

Bankart

Im Januar 2018 führte die Europäische Union die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 ein, eine Richtlinie zur Förderung von Innovation und Servicequalität durch die Umsetzung von Open-Banking-Prinzipien. Vor der Einführung von PSD2 benötigten Kundinnen und Kunden mit Konten bei mehreren Banken verschiedene Banking-Apps, um diese zu verwalten. Mit Open Banking können Fintech-Unternehmen Anwendungen entwickeln, mit denen alle Konten zentral eingesehen und verwaltet werden können.

Bankart, ein fortschrittlicher Zahlungsdienstleister mit Sitz in Slowenien, griff diesen Wandel auf und arbeitete mit dem IBM-Partner SRC Sistemsk Integracije d.o.o. zusammen, um ein zugängliches Open-Banking-Framework zu entwickeln. Nach dem Launch erwies sich die Lösung als grosser Erfolg. Von den 15 Banken in Slowenien zu diesem Zeitpunkt entschieden sich 11 für die Integration des Kernbankensystems von Bankart. Dadurch konnten sie die Kosten und Ressourcen für die Entwicklung und Bereitstellung eigener Open-Banking-Systeme einsparen.

EBank

Ein weiteres Beispiel ist die EBank aus Namibia. Das Geschäftsmodell von EBank konzentriert sich auf die Bereitstellung einer breiten Palette elektronischer Geld-Services für Drittanbieter und Lieferanten. Mit der Verarbeitung von über 3.000 Transaktionen pro Tag erkannte EBank den Bedarf an einem System, das einen nahtlosen Datenaustausch in verschiedenen Formaten ermöglicht und eine effiziente Zusammenarbeit mit Kunden sicherstellt.

EBank entschied sich für die Integration von Fiorano ESB, einem flexiblen Kernbankensystem, das eine nahtlose Systemintegration und den Datenaustausch zwischen EBank und ihren zahlreichen Partnern ermöglicht. Der Integrationsprozess begann im Juni 2017. Acht Monate später ging EBank mit der vollständig aktualisierten Architektur live und erreichte damit ihr Ziel einer effizienten Zusammenarbeit mit Partnern.

Federal Bank

Federal Bank Limited ist eine führende Geschäftsbank mit Hauptsitz in Indien und einer Börsennotierung an den Börsen in Bombay und London. Die Bank stand vor einer besonderen Herausforderung. Sie wollte Fremdwährungsüberweisungen in Echtzeit über SWIFT anbieten. Das IT-Team erkannte jedoch, dass die Integration mit mehreren SWIFT-Partnern erhebliche Investitionen in Software, Hardware und Beratungsleistungen erfordert hätte.

Point-to-Point-Verbindungen zwischen den verschiedenen Softwareprogrammen hätten die Skalierbarkeit und das Sicherheitsmanagement des Systems erschwert. Als langfristige Lösung überarbeitete die Bank den Architekturplan ihrer Enterprise-Middleware-Infrastruktur und entschied sich für Fiorano ESB, um den steigenden Anforderungen ihrer Kundschaft gerecht zu werden.

Nach Einführung des integrierten Bankensystems von Fiorano berichtete die Federal Bank von deutlich verbesserten Reaktionszeiten, der Erschliessung neuer Absatzkanäle sowie einer schnelleren Anpassung an geschäftliche und marktbezogene Anforderungen.

Sprechen Sie mit S-PRO

Wenn Sie bereit sind, über Systemintegrationen zu sprechen, wenden Sie sich an S-PRO.

Wir sind Partner für Banking-Softwareentwicklung und Beratung und unterstützen Banken seit fünf Jahren bei der Integration von Systemen. Unser Team besteht aus über 150 Entwicklerinnen und Entwicklern, die Ihr Projekt von der Analyse über den Launch bis hin zum laufenden Betrieb begleiten können.

S-PRO arbeitet mit agilen Entwicklungsmethoden, die einen flexiblen und kreativen Prozess ermöglichen, mit dem klaren Ziel, einen Mehrwert für unsere Kundschaft zu schaffen. Wir legen grossen Wert auf kontinuierliche Kommunikation und reagieren umgehend auf Fragen oder Anliegen. Transparenz ist eines unserer zentralen Versprechen.

Unsere Schwerpunkte umfassen Big Data sowie KI und Blockchain. Diese Technologien sind entscheidend für die Zukunft des Bankings. Darüber hinaus unterstützen wir bei UX/UI-Entwicklung und Branding sowie bei Web- und Mobile-Anwendungen, die nahtlos mit Ihren Kernsystemen zusammenarbeiten.

Wenn Sie bereit sind, empfehlen wir Ihnen, S-PRO zu kontaktieren und eine kostenlose Beratung zu vereinbaren. Eine unserer erfahrenen Fachpersonen hört sich Ihre Anforderungen an und hilft Ihnen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen, die zu einer erfolgreichen Systemintegration führen.

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