Nicht jedes KI-Gespräch braucht eine Bühne. Manche brauchen einfach den richtigen Tisch.
Geschäftige Morgen lassen selten Raum für echtes Nachdenken. Die meisten Gespräche über KI entstehen unterwegs – zwischen Calls und Deadlines. Sie klingen oft selbstsicher. Aber sie gehen selten tief genug, um echte Entscheidungen zu treffen.
KI Breakfast wurde genau deshalb ins Leben gerufen.
Es ist ein kleines, privates Treffen, das den KI-Hype bewusst entschleunigt und direkt ins Zentrum des KI-Wandels führt. Ein Tisch. Ein warmes Frühstück. Ein ruhiges Tempo. Ein Rahmen, in dem erfahrene Fachleute offen darüber sprechen können, wie KI in der Praxis tatsächlich eingesetzt wird.

Gemeinsam mit dem S-PRO-Team teilen eingeladene Speaker Systeme, die sie selbst aufgebaut haben, sowie Herausforderungen, die sie aus erster Hand kennen. Das hält die Gespräche fest in der Realität verankert – nicht in Versprechen. Und genau deshalb ist das Format entscheidend.
Das Konzept: Den Raum verkleinern, um den Dialog zu erweitern
Die Idee war einfach: Wenn man das Gespräch verbessern will, muss man den Raum verkleinern. Wir wollten keine grosse Menge. Wir wollten einen intensiven Dialog bei warmem Frühstück und frischem Kaffee.

Alles begann mit der ersten Ausgabe von KI Breakfast im Zunfthaus zur Zimmerleuten in Zürich. Der Erfolg dieses ersten Morgens zeigte klar: Führungskräfte haben genug von abstrakten Versprechen. Es ist diese Mischung aus einem historischen Zunfthaus und einem warmen Frühstück, das Menschen offener sprechen lässt. Wenn der Druck eines öffentlichen Publikums wegfällt, kommen die echten Fragen auf den Tisch:
Wie verhindern wir, dass unsere proprietären Daten in öffentliche Modelle abfliessen? Wer trägt die Verantwortung, wenn das System versagt?
Die Erkenntnisse aus unseren ersten Sessions wurden zum Fundament der gesamten Serie:
Warten ist keine Strategie.
KI ist ein bewegliches Ziel; wer früh startet, gibt die Richtung vor. Man braucht keine perfekte Strategie, um anzufangen. Aber man braucht einen Anfang. Auf „das nächste grosse Modell“ zu warten heisst letztlich nur, den Vorsprung der Konkurrenz zu finanzieren.
Klein anfangen, um sicher zu bleiben.
Wir sprechen uns dafür aus, zu Beginn mit nicht sensiblen Datensätzen zu arbeiten, um Erfahrung zu sammeln. So kann ein Unternehmen seine „KI-Muskeln“ aufbauen, ohne zentrale Geschäftswerte zu riskieren oder Compliance zu verletzen. Es geht darum zu lernen, die Technologie zu steuern, bevor sie einen selbst steuert.
Die Werkzeuge sind bereits im Raum.
Die meisten Teilnehmenden an unseren Tischen managen KI-Projekte bereits täglich. Das bestätigte unsere Annahme, dass sich der Markt von „Testen“ zu „Skalieren“ bewegt hat. Die Frage lautet nicht mehr: „Kann es funktionieren?“ Sondern: „Wie machen wir es dauerhaft?“

Aufbauend auf diese Energie haben wir das Frühstück zu einer globalen Serie gemacht. Im Laufe des Jahres 2025 haben wir den Tisch in zentrale Tech-Hubs gebracht: zurück nach Zürich, in ein Loft in New York City und in einen lebendigen Hub in Amsterdam.
Praktische KI: Frameworks für den Weg vom Pilotprojekt zum Profit
Die S-PRO-Experten Dustin Schulze und Ihor Tanyenkov nutzten diesen Morgen, um ihre „Practical KI“-Frameworks zu teilen. Wir sind überzeugt: Der grösste Fehler, den ein Unternehmen machen kann, ist es, KI als eine „magische Box“ zu behandeln statt als eine Aufgabe der Softwareentwicklung. Unternehmen sind begeistert vom Potenzial von LLMs, gleichzeitig aber gelähmt von der Komplexität der Umsetzung. Unsere Methoden verankern jede Diskussion am Tisch, indem sie sich auf zwei zentrale, kompromisslose Werkzeuge konzentrieren:
1. Die Impact-Effort-Matrix
Sie dient als Filter zur Priorisierung von Use Cases. In vielen Unternehmen bestimmt die lauteste Stimme im Raum die KI-Roadmap. Wir ersetzen das durch nüchterne Logik. Klingt ein Projekt innovativ, braucht aber zwölf Monate, um einen kleinen Effizienzgewinn zu zeigen, lassen wir es fallen. Wir suchen nach schnellen Erfolgen – Automatisierungen mit hohem Impact und geringem Aufwand, die ihren Wert innerhalb weniger Wochen beweisen. Das schafft internes Vertrauen (und Budget) für grössere, wirklich transformative autonome Systeme.
2. Das KI-Reifegradmodell
Viele Unternehmen bleiben in einem Kreislauf aus ständigem Testen stecken. Sie haben dutzende kleine Proofs of Concept, die nie den Weg in die Produktion finden. Wir diskutieren die konkreten technischen und organisatorischen Veränderungen, die nötig sind, um von einer Laborumgebung zu einem produktiven Einsatz zu gelangen, bei dem KI fest in den täglichen Arbeitsablauf eingebettet ist. Zum Beispiel durch saubere Daten-Pipelines, klare Sicherheitsleitplanken und Nutzerakzeptanz ab dem ersten Tag.
Um unseren Gästen einen Vorsprung zu geben, haben wir zudem unser internes Framework zur Identifikation von KI-Use-Cases geteilt. Es ist dieselbe Logik, die wir bei S-PRO nutzen, um zu entscheiden, welche Projekte unseren Engineering-Fokus verdienen.
Perspektivwechsel: Vertrauen, Autonomie und belegbare Ergebnisse
Die Gespräche bei unseren Frühstücken entwickeln sich immer weiter, sobald unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. KI ist nicht nur ein Technologieproblem. Sie ist auch eine Frage des Vertrauens und der Führung. Am Tisch haben wir Expertinnen und Experten gehört, die die Branche aktiv prägen:
Dalith Steiger-Gablinger: Als Pionierin des Schweizer KI-Ökosystems lieferte Dalith bei unserer Auftakt-Session das strategische „Warum“. Sie ordnete die globale Landschaft ein und half Führungskräften zu verstehen, dass die Einführung von KI keine Option ist, sondern ein grundlegender Wandel darin, wie Unternehmen im 21. Jahrhundert existieren.
Francois Jolles (IUCN): Als Vertreter der International Union for Conservation of Nature – quasi die „UN für die Natur“ – erläuterte Francois, wie KI als treibende Kraft für das globale Gemeinwohl dienen kann. Er betonte den Wandel hin zu einer missionsorientierten KI-Einführung, bei der die Technologie im Dienste des Planeten steht. Wir bei S-PRO hatten die Ehre, diese Vision in die Realität umzusetzen: Wir entwickelten ein KI-gestütztes Tool zur Dokumentenverarbeitung, das speziell für die Verwaltung komplexer Resolutionen und Empfehlungen konzipiert wurde. Im nächsten Abschnitt werfen wir einen genaueren Blick auf die technische Seite und die spezifischen Auswirkungen, die diese Lösung auf die globalen Abläufe der IUCN hatte.
Naeem Nelson (Broadridge Financial Solutions): Naeem ging direkt zum Kernpunkt – Vertrauen. Im Finanzbereich ist KI, wenn sie nicht hundertprozentig verlässlich und nachvollziehbar ist, eine Haftung und kein Vorteil. Er forderte die Runde heraus, KI als neue, unsichtbare Infrastruktur finanzieller Integrität zu sehen, in der Präzision die einzige Währung ist, die zählt.
Erinc Karatoprak (Oppr.ai): Erinc trieb die Diskussion in Richtung Enterprise-Autonomie. Sein Fokus lag auf dem entscheidenden Schritt von KI als „Copilot“ (der weiterhin menschliche Arbeit erfordert) hin zu KI als „Agent“ – Systemen, die komplexe Workflows eigenständig ausführen können.

Als eines der führenden Unternehmen für KI-Lösungsentwicklung brachten wir unsere eigene Perspektive ein und teilten an diesem Morgen tiefgehendes Wissen. Wir präsentierten konkrete Ergebnisse des S-PRO-R&D-Teams und zeigten erfolgreiche Umsetzungen fortschrittlicher KI-Entwicklungstools in realen Kundenprojekten.
Chat R&R für die IUCN
Der Aufbau von KI für die International Union for Conservation of Nature bringt besondere Anforderungen mit sich. Die IUCN ist die globale Autorität für den Zustand der Naturwelt – oft als die „UN für die Natur“ bezeichnet. Für sie steht Präzision über allem. Effizienz ist zweitrangig. Wenn Daten internationale Umweltpolitik und Schutzmassnahmen für bedrohte Arten steuern, gibt es keinen Spielraum für Fehler.
Die Entwicklung des Chat-R&R-Tools für die IUCN verfolgt drei zentrale Ziele.
- Aufbau einer KI für intelligente Zusammenfassungen und kontextuelles Verständnis. Das erforderte fortgeschrittene Natural-Language-Processing-Verfahren, um thematische Cluster und historische Zusammenhänge in dichten, stark verknüpften Texten zu erkennen.
- Umgang mit der schieren Komplexität der Dokumentenlandschaft. Die KI musste mehr als 1.466 Policy-Dokumente verarbeiten und zusammenführen, darunter 695 aktive Resolutionen und Empfehlungen.
- Der Ausgleich zwischen fortschrittlicher Technologie und einer benutzerfreundlichen Erfahrung. Komplexe Backend-Funktionen – wie anspruchsvolle Filtermechanismen und die Reduktion von Halluzinationen – mussten über eine intuitive Chat-Oberfläche für die Mitarbeitenden der IUCN zugänglich gemacht werden.
Die Entwicklung von Chat R&R für die International Union for Conservation of Nature (IUCN) wurde zu einem zentralen Beispiel für S-PROs Anspruch an präzision orientierte KI-Implementierung. Eine Fallstudie, die wir beim KI Breakfast vorgestellt haben.
Darüber hinaus stellte die IUCN im Oktober 2025 die ChatR&R-Lösung auf dem IUCN World Conservation Congress in Abu Dhabi vor – einer der weltweit grössten Veranstaltungen für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung. Die Präsentation stiess auf grosse Aufmerksamkeit. Die Teilnehmenden waren beeindruckt davon, wie das Tool Erkenntnisse aus Jahrzehnten von IUCN-Dokumenten und -Aufzeichnungen sofort findet, verknüpft und zusammenfasst.
MODO Energy
Modo Energy ist ein führendes Datenanalyse Unternehmen, das wertvolle, einzigartige Markteinblicke liefert. Diese helfen Energieunternehmen dabei, das Energiesystem der Zukunft zu planen, zu finanzieren und zu betreiben.
Wir zeigten, wie man Plattformen baut, die das „Signal“ im Chaos der Energiemarkt-Analytik erkennen. In einem Sektor, in dem jede Sekunde und jede Nachkommastelle ein finanzielles Risiko darstellen, demonstrieren wir, wie prädiktive KI Entscheidungsprozesse stabilisieren können.
Compliance Aspekte
Compliance Aspekte ist eine Plattform, mit der Unternehmen ihre Compliance-Anforderungen managen können, darunter DSGVO, ISO 27001, IT-Grundschutz und viele weitere.
Wir präsentierten einen KI-Copiloten, der den manuellen Albtraum regulatorischer Compliance und Audits in einen smarten, teilautonomen Prozess verwandelt. Das reduziert menschliche Fehler in Umgebungen mit hoher Haftung.
Auch wenn wir bei den Frühstücken nur Zeit für einige wenige Deep Dives hatten, deckt unser Portfolio ein deutlich breiteres Spektrum ab – von Healthcare bis Logistik. Entdecken Sie hier die vollständige Übersicht der S-PRO-KI-Fallstudien.
Was kommt als Nächstes?
Unsere Roadshow wächst weiter. Der nächste grosse Halt ist für 2026 in Salt Lake City, USA, geplant. Wir halten den Kreis bewusst klein – unter 30 Gäste –, damit jede Frage eine konkrete Antwort bekommt.
Warten Sie nicht auf den perfekten Moment. Suchen Sie nach Ihrem Hebel. Echte Ergebnisse entstehen dort, wo Präsentationen enden und die Arbeit mit realen Daten beginnt. Die Zeit der Proben ist vorbei. Jetzt geht es um den Einsatz.
Möchten Sie einen Platz am Tisch?
Wenn Sie eigene Einblicke teilen oder Antworten im Austausch mit Gleichgesinnten suchen, füllen Sie das Formular mit einer kurzen Notiz aus: „want to join KI breakfast“. Wir melden uns für die nächste Session.
Sie können nicht bis zum nächsten Event warten?
Wir bringen das Expertenwissen auch zu Ihnen. S-PRO organisiert massgeschneiderte KI-Workshops für einzelne Teams. Wir analysieren Ihre Prozesse, identifizieren Use Cases mit dem grössten Impact und entwickeln eine klare technische Roadmap. Schreiben Sie uns einfach.
Bis bald!

