Jedes Jahr setzt das World Economic Forum in Davos die globale wirtschaftliche Agenda. Hier trifft Kapital auf Macht.
S-PROs Chief Strategy Officer, Tal Yampolsky, war in diesem Jahr vor Ort, um die strukturellen Verschiebungen zu identifizieren, die den Markt bewegen – insbesondere jene innerhalb des AI House Davos (dem AI Village). Mit 25 Jahren Erfahrung in Finanzwesen und Technologie nahm Tal an diesen Sessions teil, um neue Massstäbe für die technische Dominanz in einer zunehmend KI-zentrierten Wirtschaft zu definieren.

Was er feststellte, ist einfach:
Wir sind mit Experimenten fertig. Jetzt bauen wir das Rückgrat der globalen Wirtschaft.
Tal identifizierte drei Realitäten, die diesen neuen Markt definieren:
1. KI entwickelt sich zur strategischen Infrastruktur
In Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern, Investoren und operativen Führungskräften wurde KI zunehmend so behandelt, wie wir früher Energie, Telekommunikation oder Finanzwesen betrachtet haben: als grundlegende Schicht nationaler und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit.
In einer Session unter der Leitung von Scott Voss von HarbourVest wurde klar gezeigt, wie sich dieser Wandel bereits in den Kapitalmärkten widerspiegelt. Führende KI-Unternehmen tragen inzwischen Mega-Bewertungen – selbst im Vergleich zu ihren jüngsten privaten Finanzierungsrunden. Mit OpenAI, das mit rund 500 Milliarden USD diskutiert wurde, und Anthropic bei etwa 350 Milliarden USD war die Botschaft eindeutig.
KI wird als langfristige Infrastruktur mit systemischer Relevanz bewertet. Sie wird nicht mehr durch die Linse klassischer Software betrachtet.

2. Von Prinzipien zur Koordination: die internationale Governance-Initiative
Ein zentraler Moment war die Rede von Alain Berset, in der er die laufenden Arbeiten zur Schaffung eines internationalen Rahmens für KI darlegte – verankert in Menschenrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Die Rahmenkonvention des Europarats spiegelt einen ernsthaften Versuch wider, über abstrakte Ethik hinauszugehen und gemeinsame Prinzipien, Rechenschaftspflicht sowie Risikomanagement über den gesamten KI-Lebenszyklus hinweg zu etablieren. Dazu gehören Transparenz, Aufsicht und Schutzmechanismen für grundlegende Rechte.
Der Inhalt war bemerkenswert. Ebenso wichtig war jedoch die klare Feststellung, dass fragmentierte Regulierung ohne grenzüberschreitende Koordination der realen Implementierung deutlich hinterherhinken wird.
3. Ein strategischer Kurswechsel: KI, Macht und wirtschaftliche Dominanz
Josef Marbacher, Chefökonom bei Corum Asset Management, griff dieses Thema auf. Er skizzierte einen grundlegenden Wandel darin, wie die Vereinigten Staaten ihre globale Rolle definieren.
Die neue Doktrin stellt wirtschaftliche und technologische Macht über klassische Vorstellungen von Souveränität. KI steht nun im Zentrum nationaler Stärke. Die jüngste U.S. National Security Strategy macht das deutlich: Technologische Führungsrolle ist der Schlüssel zu wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit, militärischer Leistungsfähigkeit und geopolitischen Einfluss.
Das Fazit ist einfach. Zugang zu fortgeschrittenen KI-Systemen ist keine Option mehr – er bildet die Grundlage für globale Relevanz.

Die harte Arbeit, die vor uns liegt
Ein ungeklärtes Thema kam in Davos immer wieder auf: Die operative Lücke wird grösser. Wir wissen, dass KI das Potenzial hat, Produktivität zu steigern und die Art, wie wir Unternehmen aufbauen, grundlegend zu verändern. Doch die Realität ist, dass die meisten Regierungen und grosse Teile des privaten Sektors schlicht nicht bereit sind, sie einzusetzen.
Es fehlen Daten, Governance-Strukturen und Fachkräfte. Diese Fähigkeiten sind ungleich verteilt. Wenn wir dieses Fundament nicht stärken, wird KI Ungleichheit nicht lösen – sie wird die bestehende Kluft weiter vertiefen.
Die KI-Strategie ist heute nichts anderes als Wirtschafts- und Sicherheitspolitik unter neuem Namen. Die Zeit der „ambitionierten Visionen“ ist vorbei. Der Markt gehört jetzt den Machern – jenen, die Experimente in verlässliche Infrastruktur verwandeln können. Davos 2026 hat bestätigt: S-PRO ist genau dort positioniert, wo wir sein müssen – an der Schnittstelle zwischen globalen Umbrüchen und praktischer Ingenieurskunst.

