Die Arbeit mit AI beginnt oft gleich – ein paar Ideen, wo sie helfen könnte, einige vielversprechende Use Cases und viele offene Fragen.
Aber es wird klarer, sobald man wirklich anfängt zu bauen.
Das ist die Idee hinter dem APEX Workshop – eine Reihe praxisnaher Workshops, die S-PRO im Jahr 2026 durchführt. Teams nehmen reale Geschäftsszenarien und verwandeln sie während der Session in funktionierende Prototypen mit AI-Tools wie Claude Code.
Einer dieser Workshops fand während der Utah Tech Week in Salt Lake City statt. In den kommenden Wochen folgen Sessions in Zürich und Amsterdam. Wenn Sie ein Szenario im Kopf haben und sehen möchten, wie es in der Praxis funktioniert, können Sie an einem der nächsten Workshops teilnehmen (online oder vor Ort) – melden Sie sich einfach bei uns.
Um das greifbarer zu machen, schauen wir uns einen realen Fall aus einem unserer privaten Workshops an.
Während der Session beschäftigte sich eine Gruppe mit einem Beschaffungsproblem – fragmentierte Vendor-Daten und eine langsame Bewertung von Lieferanten. Innerhalb weniger Stunden entstand daraus ein funktionierendes Konzept: eine Vendor Intelligence Plattform. Schauen wir uns an, wie sie aufgebaut wurde.
Das Problem, das wir untersucht haben
Der Ausgangspunkt war keine neue Idee, sondern eine Situation, in der viele Procurement-Teams täglich arbeiten.
Informationen zu Vendors sind in der Regel vorhanden, oft sogar in grosser Menge. Aber sie sind selten so strukturiert, dass man sie einfach nutzen kann. Details zu Lieferanten sind über Dokumente, interne Systeme und Tabellen verteilt. Und genau deshalb kostet es Zeit, sie zusammenzuführen.
Das verlangsamt Entscheidungen. Einen passenden Vendor zu finden bedeutet manuelle Arbeit. Und der Vergleich von Optionen wird inkonsistent, weil die Daten fragmentiert sind. Gleichzeitig werden Risiken – ob finanziell, operativ oder im Bereich Compliance – oft zu spät erkannt.
So wird selbst eine eigentlich einfache Entscheidung schnell zu einem komplexeren Prozess.
Im Kern steht dabei eine einfache Frage:
Wie treffen wir die richtige Entscheidung, wenn alle Daten verstreut sind?
Innerhalb weniger Stunden hat die Gruppe von Procurement-Leads dieses Szenario in ein funktionierendes Konzept übersetzt: eine Vendor Intelligence Plattform.
Die Plattform bringt relevante Informationen in eine gemeinsame Arbeitsumgebung. Dort können sie analysiert, verglichen und im Kontext verstanden werden. Statt zwischen verschiedenen Quellen zu wechseln, arbeiten Teams mit einer verbundenen Sicht auf die Daten. Und sie bewerten Optionen basierend auf dem, was für sie wichtig ist.
Auch wenn im Workshop die Vendor-Bewertung im Fokus stand, lässt sich der Ansatz breiter anwenden. Ähnliche Muster sieht man in Finance-, Operations- und Produkt-Teams – überall dort, wo Entscheidungen davon abhängen, Informationen aus mehreren Quellen zusammenzuführen.
Schauen wir uns genauer an, wie diese Vendor Intelligence Plattform funktioniert.
Im Prototyp
Suche in natürlicher Sprache
Alles beginnt mit der Suche. Statt mit mehreren Filtern zu arbeiten, beschreibt der Nutzer einfach in natürlicher Sprache, was er braucht – zum Beispiel Lieferanten mit bestimmten Zertifizierungen, Kapazitäten oder einem bestimmten Risikoprofil.
Das System liefert eine Liste passender Vendors. Die Ergebnisse sind bereits so strukturiert, dass man sie direkt nutzen kann. Wichtige Details wie Zertifizierungen, Lieferzeit, Standort und Risikostufe sind auf einen Blick sichtbar.

Jedes Ergebnis enthält eine Gesamtbewertung. Das macht es einfacher, Optionen auf einen Blick zu vergleichen. Filter sind weiterhin verfügbar, spielen aber eine Nebenrolle, da die Hauptattraktion über die Suche erfolgt.
AI-gestützte Zusammenfassung

Nach der Suche fügt das System eine Interpretationsebene hinzu. Statt jeden Vendor manuell zu prüfen, bekommt der Nutzer eine kurze Zusammenfassung mit einer Top-Empfehlung, zentralen Stärken und alternativen Optionen.
Die Ausgabe basiert auf den gewählten Kriterien und hebt hervor, was wirklich zählt – Qualität, Zuverlässigkeit, Risiko und Kapazität. So lassen sich Trade-offs leichter verstehen, ohne jedes Profil im Detail durchzugehen.
Auswahl von Vendors für den Vergleich
Sobald relevante Vendors gefunden sind, können sie ausgewählt und direkt nebeneinander verglichen werden. Die Oberfläche behält die gewählten Optionen im Blick und macht es einfach, von der Exploration zur Bewertung zu wechseln, ohne den Kontext zu verlieren.

Das nimmt die Notwendigkeit, Daten manuell zu sammeln und abzugleichen, da der Vergleich direkt in den Prozess integriert ist.
Vergleich von Vendors nebeneinander
Sobald Vendors ausgewählt sind, wird der Vergleich visuell und strukturiert. Zentrale Faktoren wie Qualität, Zuverlässigkeit, Preis, Compliance und Kapazität werden gemeinsam dargestellt. So lassen sich Unterschiede leichter erkennen.
Zusätzlich liefert das System eine kurze, AI-generierte Zusammenfassung und hebt wichtige Unterschiede hervor. Teams sehen so schnell, welche Option heraussticht und warum.

Vom Vergleich zur Entscheidung
Die Plattform unterstützt sowohl einen Überblick als auch eine tiefere Analyse in einem durchgehenden Ablauf. Teams starten mit einem strukturierten Vergleich entlang zentraler Dimensionen – Bewertungen, Zertifizierungen, Lieferzeiten, Kapazität und Risiko – und wechseln dann in detaillierte Vendor-Profile.

Jedes Profil bündelt alles, was für die Bewertung nötig ist: Unternehmensübersicht, zentrale Kennzahlen, Leistungsindikatoren und Kontaktdaten.
Das macht es einfacher, Annahmen zu überprüfen, kritische Daten gegenzuprüfen und eine fundierte Entscheidung zu treffen – ohne zwischen verschiedenen Tools zu wechseln.

Anpassung von Entscheidungen in Echtzeit
Die Bewertung endet nicht beim Vergleich. Teams können die Gewichtung von Kriterien – wie Qualität, Zuverlässigkeit, Preis oder Compliance – anpassen und sofort sehen, wie sich die Rangfolge verändert.
Die Plattform gibt dazu eine klare AI-Empfehlung basierend auf diesen Eingaben. Das macht den Entscheidungsprozess transparenter und flexibler, besonders wenn verschiedene Stakeholder unterschiedliche Prioritäten setzen.

Überwachung von Risiken über alle Vendors hinweg
Die Plattform bietet auch eine klare Sicht auf Lieferantenrisiken über das gesamte Portfolio hinweg. Teams können allgemeine Risiko-Trends verfolgen, Vendors mit hohem Risiko erkennen und Veränderungen im Zeitverlauf beobachten.

Das Risiko wird in Kategorien wie finanziell, Lieferkette, Compliance und Umweltfaktoren aufgeschlüsselt. Alerts heben Probleme hervor, die Aufmerksamkeit erfordern.
So bleiben Teams proaktiv und vermeiden Überraschungen, statt zu spät zu reagieren.

Was aus der Session entstanden ist
Dieser Fall zeigt, wie schnell sich ein komplexer Procurement-Prozess in ein strukturiertes, funktionierendes System überführen lässt.
Innerhalb einer Session hat das Procurement-Team ein Konzept entwickelt, das den gesamten Ablauf abdeckt – Suche, Vergleich, Risikotransparenz und Anpassung von Entscheidungen. Lieferantendaten werden strukturiert und nutzbar, Vendors lassen sich nebeneinander vergleichen, und Risikosignale sind früh im Prozess sichtbar.
Auffällig ist, wie vollständig das Ergebnis in so kurzer Zeit geworden ist. Es bildet ab, wie Procurement-Entscheidungen in der Realität funktionieren – mit mehreren Kriterien, Trade-offs und sich verändernden Prioritäten – aber ohne die übliche Fragmentierung.
Testen Sie Ihren Use Case in der Praxis
Wenn Sie bereits einen Prozess haben, der sich langsam, unklar oder schwer bewertbar anfühlt, ist das ein guter Kandidat für so eine Session.
Bringen Sie Ihr Szenario in den APEX Workshop ein und arbeiten Sie gemeinsam mit dem S-PRO-Team daran. Sie sehen, wie sich die Idee verhält, wo sie Wert schafft und was nötig ist, um den nächsten Schritt zu machen.
Das Beispiel in diesem Artikel ist nur ein Fall. Wir arbeiten mit vielen unterschiedlichen Szenarien, und derselbe Ansatz lässt sich auf verschiedene Probleme und Branchen übertragen. Auch wenn dieses Beispiel Procurement zeigt, prototypisieren wir regelmässig Lösungen für Teams in Fintech, Healthcare, Energy, Manufacturing und mehr.
Der Workshop wird aktuell kostenlos angeboten. Das macht ihn zu einer praktischen Möglichkeit, Ideen zu testen, ohne direkt Zeit und Budget fest einzuplanen.
Wenn Sie ein Szenario im Kopf haben, bringen Sie es in eine APEX Session und schauen Sie, wie es in der Praxis funktioniert. Sie verstehen, wo es Wert schafft, was trägt und wie ein nächster Schritt aussehen kann. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um eine Session zu buchen – wir helfen Ihnen, ein passendes Format zu finden.

