MVPs sind ein schneller Weg, um in einen Markt einzutreten und gleichzeitig das Erlebnis Ihrer Kundinnen und Kunden zu verbessern. Ein Produkt zu entwickeln und es schneller auf den Markt zu bringen als der Wettbewerb ist ein Kernprinzip erfolgreichen Wirtschaftens. Und das Bankwesen ist da keine Ausnahme.

Wir möchten das Konzept der Entwicklung eines MVPs im Banking beleuchten. Und zeigen, wie dieser Prozess Ihrem Unternehmen hilft, neue und spannende Produkte in die Hände Ihrer Kundinnen und Kunden zu bringen und dabei die MVP-Banking-Erfahrung zu verbessern.

Michael Barskyi is an Experienced Sales Manager with a demonstrated history of working in the information technology and services industry. Skilled in Negotiation, Business Planning, Customer Service.
Michael Barskyi
Business Development Lead und Fintech-Experte

Haben Sie eine Projektidee?
Kontaktieren Sie Michael, um Ihr Projekt mit unserem Team aus Fintech-Experten zu entwickeln.

Meeting buchen

Meeting buchen

Was ist der Zweck eines MVPs im Banking?

Ein MVP, also ein minimal funktionsfähiges Produkt, ist im Grunde eine gute Produktidee, die so schnell wie möglich auf den Markt gebracht wird. Und das bei hohem Anspruch an Qualität, Funktionalität und praktischen Nutzen.

Man kann es als einen Ansatz für schnelles Prototyping und schnelle Markteinführung verstehen. In der Regel entsteht er durch die Zusammenarbeit von Partnern und Technologien, basierend auf einer klaren Idee oder einem belastbaren Funktionsnachweis.

Ein MVP fördert eine Denkweise, die Scheitern akzeptiert und Innovation einfordert. Es handelt sich um ein schlankes Entwicklungsmodell, das Einfachheit bevorzugt und bewusst auf komplizierte Produkte und Entwicklungsprozesse verzichtet.

Im Banking- und Fintech-Bereich ist dies jedoch besonders anspruchsvoll. Denn sobald es um Geld geht, dürfen keine Fehler passieren. Stellen Sie sich vor, Sie melden sich in Ihrer Banking-App (mobile Bankanwendung) an und der Kontostand ist falsch. Einer Bank, die Ihre Gelder nicht verlässlich absichern kann, würden Sie kaum vertrauen. Aus diesem Grund verbringt ein Produktentwicklungs-Team viel Zeit damit, potenzielle Probleme und Sonderfälle zu identifizieren, die später zu schwerwiegenden Fehlern führen könnten.

Zusätzlich ist das Bankwesen ein stark regulierter Markt. Wenn Sie die Vorgaben der zuständigen Aufsichtsbehörden in Ihrem Land oder Ihrer Region nicht einhalten, riskieren Sie den Ausschluss vom Markt.

Dies kann Geldstrafen, dem Entzug von Lizenzen oder andere schwerwiegende Sanktionen nach sich ziehen, die eine Regulierungsbehörde gegen Ihr Unternehmen verhängen kann. Vor diesem Hintergrund sollten Sie genau abwägen, welchem Risiko Sie sich aussetzen, wenn Sie mit einer brillanten Idee möglichst schnell als Erste am Markt sein wollen.

Laden Sie unser kostenloses Whitepaper herunter: FinTech-Sicherheit und regulatorische Konformität. Bewährte Verfahren und Checklisten.

Project timeline on whiteboard with sticky notes detailing design and development phases.

Wie priorisiert man ein erstes (und relevantes) Funktionsset für ein MVP?

Eine gute Idee zu haben, ist der einfache Teil der App-Entwicklung. Aber zu entscheiden, was am Ende wirklich im Produkt landet, ist eine ganz andere Nummer.

Bei vielen Schritten im Entwicklungszyklus wird die Zeit stark gekürzt, um harte Release-Termine einzuhalten. Der Schlüssel für einen erfolgreichen Start Ihres Banking-MVPs ist, Funktionen und Features bei jedem Release konsequent zu priorisieren.

Wichtig ist: Das hier ist ein minimal funktionsfähiges Produkt. Deshalb ist es entscheidend, was im ersten Release drin bleibt und was rausfliegt, wenn das MVP im Banking wirklich sauber starten soll.

Wenn Sie schnell in den Markt gehen und mit einem fehlerhaften Produkt oder Service Kundinnen und Kunden gewinnen, bekommen Sie sofort zwei Probleme: Unzufriedenheit auf Kundenseite und Aufmerksamkeit der Aufsicht.

Beides wirkt langfristig auf Produkt und Unternehmen. Und Sie verlieren den Schwung, den der Launch am Anfang erzeugt hat. Damit geben Sie der Konkurrenz einen Vorsprung.

Recherche und eine saubere Prüfung Ihrer Idee sind entscheidend, wenn Sie im Banking überhaupt erfolgreich starten wollen.

Der Wettbewerb ist hart, und die Abstände zwischen den Anbietern sind klein. Das bedeutet: Der Effekt eines einzigen funktionierenden Produkts auf dem Markt kann enorm sein. Einen MVP als Erste aus dem Gate zu bringen, ist in der Finanz- und Banking-Welt oft entscheidend.

Der Vorteil eines MVPs ist, dass es Raum für Wachstum und Verbesserungen lässt.

Sie können neue Features testen, während das Produkt skaliert. Neue Funktionen und erweiterte Services, die getestet und ausgerollt werden, können Sie als Teil einer Preisstaffel anbieten. So können Kundinnen und Kunden mehr zahlen, um zusätzliche Funktionen freizuschalten.

Wenn Ihr Produkt reift, bauen Sie auf den bewährten MVP-Features auf und formen daraus ein Beispiel dafür, wie ein Produkt in dieser Branche aussehen sollte.

Deshalb müssen Sie die Features Ihres Banking-MVPs auf Basis Ihrer Marktrecherche priorisieren. Welche Funktionen werden am meisten gesucht? Was bringt Ihren Kundinnen und Kunden den grössten Nutzen? Was ist am leichtesten umzusetzen? Welche Features steigern den Wert Ihres Produkt-Stacks und fördern die Nutzung? All das muss gegeneinander abgewogen und priorisiert werden, bevor Sie in den Markt gehen.

Durch den beschriebenen Druck und die starke Konkurrenz ist es für Banken absolut notwendig, neue Produkte zu testen und schnell weiterzuentwickeln, wenn sie sich abheben wollen. Man sollte einen MVP daher nicht als Lösung für ein Marketingproblem sehen, sondern als Startpunkt für echte Innovation in einem bereits überfüllten Markt.

Haben Sie eine Projektidee?
MVP-Banking: Alles, was Sie wissen müssen - photo 1MVP-Banking: Alles, was Sie wissen müssen - photo 2
Besprechen Sie es mit unseren Experten. Füllen Sie das Formular aus und erhalten Sie innerhalb eines Werktages eine Antwort.
In Kontakt treten

Den richtigen Banking-MVP-Partner finden

Der MVP-Entwicklungsprozess ist iterativ. Was Sie heute veröffentlichen, wird bald aktualisiert und auf Basis von Kunden- und Marktfeedback weitergebaut.

Sie können einen MVP als Arbeit im Fortschritt sehen, die vom ersten Tag an bestimmte Bedürfnisse erfüllen muss. Genau hier kommt Priorisierung ins Spiel.

Damit das schon in der Planungsphase klappt, brauchen Sie einen sehr erfahrenen Partner, der versteht, wie kritisch dieser Punkt für den Gesamterfolg Ihres Produkts ist.

S-PRO kann die Rolle eines technischen und beratenden Partners übernehmen und hat Zugriff auf die wichtigsten Tools für App-Entwicklung und Analyse.

S-PRO kann Marktanalysen, Wettbewerbsanalysen, SWOT-Analysen sowie eine vollständige und detaillierte Projektanalyse in den Abschluss- und Freigabephasen des MVP-Entwicklungszyklus durchführen.

S-PRO versteht Anforderungen in Fintech und Open Banking und kann Sie bei Ihrem nächsten Projekt unterstützen.

Entscheidung zwischen individueller Entwicklung und White-Label-Banking-Lösungen

Zuerst klären wir, was ein White-Label-Produkt ist: eine Software, die bereits vollständig funktioniert und von einem Unternehmen betrieben wird. Danach werden Branding und Logos entfernt, während die zugrunde liegende MVP-Architektur erhalten bleibt. So kann ein Anbieter dieselbe Lösung immer wieder verkaufen und damit den gesamten Fintech-Markt bedienen.

Der Vorteil für den Entwickler liegt auf der Hand: Er baut einmal ein Produkt und verdient damit immer wieder. Aber was bringt eine White-Label-Lösung dem Finanzunternehmen?

Ein White-Label-minimal funktionsfähiges Produkt ist in der Regel günstiger, als eigene Software komplett neu zu entwickeln. Das ist ein grosses Plus.

Wenn Sie ein Produkt kaufen, das aktiv genutzt wird, wissen Sie ziemlich genau, wie es funktioniert, wo es Schwächen hat und wie es in der echten Banking-Praxis performt. Diese Unsicherheit wegzunehmen ist ein Vorteil, besonders in einem sensiblen Bereich wie Finanzen, wo fehlerhafte Software den Ruf eines Unternehmens dauerhaft beschädigen kann.

Das heisst nicht, dass White Label besser ist als ein individuelles MVP. Wenn Sie selbst entwickeln, können Sie Features gezielt auswählen. Sie können Services so zuschneiden, dass sich Produkt und Unternehmen abheben. Ausserdem haben Sie die Kontrolle über die Architektur, setzen eigene Prioritäten und bauen die Lösung genau darauf auf.

Wenn Sie eine grosse digitale Banking-Plattform bauen wollen und KI für Automatisierung und Analytik nutzen, ist es oft einfacher, compliant zu bleiben, wenn Sie eigene Modelle trainieren und absichern. Sich vollständig auf Dritte zu verlassen, wenn sensible Daten verarbeitet werden, ist immer auch ein Risiko. Selbst wenn viele es tun. Fälle wie die Cloudflare-Ausfälle zeigen, dass selbst verlässliche Tools irgendwann ausfallen können.

Am Ende ist individuelle Fintech-MVP-Entwicklung nicht nur eine Frage von Prestige. Sie ist eine Absicherung für Qualität, Sicherheit und Funktionalität, die schneller ist als die Konkurrenz.

MVP für Banking-Services: Schritt-für-Schritt-Entwicklungsleitfaden

Ein minimal funktionsfähiges Produkt (MVP) ist ein gängiges Konzept in der Softwareentwicklung. In der Finanzbranche erlaubt es Banken oder Service-Anbietern, so schnell wie möglich in den Markt zu gehen und die Anfangskosten niedrig zu halten. Sobald das Produkt bei den Nutzenden ankommt, kann das Team Feedback sammeln und das Produkt verbessern, bis es Erwartungen erfüllt und übertrifft.

Der Aufbau eines MVPs in voller Ausprägung bringt einige Herausforderungen mit sich. So sieht der Prozess in der Finanzbranche aus.

1. Den Markt analysieren

Ihre erste Aufgabe ist zu prüfen, ob Kundinnen und Kunden Ihr Produkt überhaupt brauchen. Starten Sie mit den konkreten Pain Points und Anforderungen. Und schauen Sie sich an, welche Lösungen es bereits gibt.

Der nächste Schritt ist, potenzielle Nutzende zu identifizieren und Feedback einzuholen. Sie können Interviews führen und Meinungen zum Produkt sammeln. Sie haben vermutlich Annahmen dazu, was das Produkt lösen soll. Ziel der Marktforschung ist, zu bestätigen, dass das zu den Erwartungen passt. Dabei werden Sie wahrscheinlich auch Anpassungen vornehmen, um am Ende ein besseres Produkt in der MVP-Phase zu bauen.

2. Ziele und Erwartungen definieren

Ihre Ziele können stark variieren. Banken wollen vielleicht eine Allround-Kunden-App. Kreditplattformen fokussieren dagegen auf ihren Service und typische Herausforderungen in diesem Bereich.

Wenn Sie Ziele für Ihr Banking-MVP definieren, analysieren Sie den einzigartigen Wert Ihres Produkts. Wenn Sie eine Kreditplattform sind: Bieten Sie bessere Konditionen als Wettbewerber? Und wenn Sie eine Payment-Lösung bauen: Geht es um schnellere oder günstigere Zahlungen? Diese Antworten helfen, die Richtung Ihres Fintech-Produkts festzulegen.

3. Nutzerflüsse identifizieren

Ein Nutzerfluss ist die komplette Strecke: vom ersten Start bis zur erledigten Aufgabe. Versetzen Sie sich beim MVP in die Perspektive der Nutzenden. Der Prozess beginnt vermutlich mit Kontoeröffnung und KYC.

Nach der Verifizierung landen Nutzer meist auf dem Homescreen. Von dort aus sollte der Zugang zu Services einfach sein. Ob Transaktionshistorie oder Kreditübersicht: Das Ziel sollte in so wenigen Klicks wie möglich erreicht werden. Wenn die Nutzerflüsse kennen, wird es leichter, ein attraktives Design und eine nutzerfreundliche Oberfläche zu bauen.

4. Die wichtigsten Features festlegen

Jetzt entscheiden Sie, welche Funktionen ins MVP kommen. Die Finanzbranche ist stark umkämpft. Ihr minimal funktionsfähiges Produkt braucht Kernfunktionalität. Priorisieren Sie deshalb und wählen Sie die Features, die Kundinnen und Kunden wirklich brauchen, damit Sie schnell in den Markt kommen.

Ihre Marktforschung hat Ihnen bereits gezeigt, was Nutzende erwarten und welchen Wert Sie liefern können. Jetzt schauen Sie auf die Konkurrenz: Gibt es etwas, das Sie anbieten können, um aus der Masse herauszustechen?

Vergessen Sie nicht die Features, die für Nutzende Pflicht sind. Eine Personal-Finance-App braucht zum Beispiel mindestens einfache Tools zum Ausgaben-Tracking. Tiefergehende Analysen können später kommen.

5. Technische Themen berücksichtigen

Bevor Sie entwickeln, klären Sie die technischen Anforderungen. Der Tech-Stack ist dabei eine der ersten Entscheidungen. Wählen Sie Sprachen, Tools, Bibliotheken und Frameworks, die zu Ihren Anforderungen passen, auch über die MVP-Phase hinaus.

Architektur und Designprinzipien sollten Flexibilität und Skalierbarkeit berücksichtigen. Die Mechanismen sollten auf gutes Datenmanagement und stabile Integrationen mit Drittsoftware ausgerichtet sein. Wenn diese Punkte stehen, ist Ihr Produkt verlässlich, skalierbar und bereit für die Herausforderungen im Banking.

6. MVP testen und veröffentlichen

Veröffentlichen Sie einen MVP nicht, bevor er gründlich getestet ist. Egal wie nah der Termin ist: Kundinnen und Kunden mit einer abgespeckten Version zu enttäuschen, lässt sich später nur schwer reparieren.

Wenn das Produkt bereit ist, testen Sie Funktionalität und Performance. Es geht nicht nur darum, dass alle Features laufen, sondern auch darum, dass das System unterschiedliche Lasten aushält. Ein weiterer zentraler Punkt sind mögliche Schwachstellen, denn Sicherheit hat oberste Priorität.

Dustin

Dustin Schulze
Digital Strategy & Solutions Lead

Starten Sie Ihr Banking-MVP mit Zuversicht
Entdecken Sie fundierte Einblicke von Dustin Schulze, Digital Strategy & Solutions Lead bei S-PRO. Er zeigt, wie Sie ein regelkonformes, marktreifes MVP im Banking-Bereich effizient aufbauen. Verwandeln Sie Ihre Idee in ein skalierbares Fintech-Produkt – schneller und klüger.

Praxisbeispiele erfolgreicher Banking-MVPs

Eines der umfassendsten Beispiele für ein MVP in der Finanzbranche ist das Projekt mBridge. Dieses kollaborative Vorhaben brachte Zentralbanken und Währungsbehörden aus mehreren Ländern zusammen, darunter Indonesien, Frankreich sowie das New York Innovation Centre der Federal Reserve Bank of New York.

Mithilfe von Distributed-Ledger-Technologie schuf die Plattform einen Rahmen, der grenzüberschreitende Zahlungen vereinfachte und reale CBDC- sowie Devisentransaktionen ermöglichte. Die beteiligten Zentralbanken betrieben eigene Validierungsknoten, um Vertrauen aufzubauen und Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten. Damit wurde der Grundstein für eine breitere Zusammenarbeit gelegt. Dieses minimal funktionsfähige Produkt ist somit nicht nur ein interessantes Experiment, sondern ein praktisches Werkzeug für internationale Kooperation.

Ein weiteres Beispiel für leistungsfähige, minimal funktionsfähige Banksoftware ist der mobile Banking-Baukasten von Treezor. Dieses ambitionierte Produkt wurde als Banking-App für das BaaS-Geschäft entwickelt, abgestimmt auf das jeweilige Branding und vollständig regelkonform, unter anderem mit PSD2 und DSGVO. Doch die App ging über eine reine digitale Banking-Lösung hinaus.

Dank der hohen Flexibilität der Gesamtarchitektur kann die Trezor-App selbst als MVP für andere Finanzinstitute dienen, die darauf aufbauen und weiterentwickeln möchten. Dadurch können mehr Banken den digitalen Raum erschliessen und die Qualitätsarbeit von S-PRO aufsetzen, um ihre Online-Präsenz schneller aufzubauen. Da das MVP für ein renommiertes europäisches Finanzunternehmen entwickelt wurde, erfüllt es alle relevanten regulatorischen Anforderungen und Qualitätsstandards, die Banken erwarten.

Bestandteile eines effektiven Banking-MVPs

Nachdem wir den Prozess besser kennen, betrachten wir nun die zentralen Bestandteile eines Banking-MVPs. Der gängige Ansatz umfasst:

  • Registrierungsprozess und KYC
  • Mehrfaktor-Authentifizierung
  • Verwaltung von Konten und Karten
  • Einsicht in die Transaktionshistorie

Im Backoffice gehören die Verwaltung von Kundinnen und Kunden, Konten, KYC, Gebühren und Wechselkurse sowie ein Kundensupport-System zu den Grundfunktionen. Diese Elemente sollten Entwicklerinnen und Entwickler bei der Entwicklung einer minimal funktionsfähigen Bankanwendung berücksichtigen.

Nutzererlebnis

Die Grundregel ist einfach: Entwickeln Sie eine benutzerfreundliche Oberfläche. Viele Teams setzen auf minimalistisches Design, das eine klare und einfache Navigation ermöglicht. Typische Ziele im Banking sind Geldüberweisungen, das Prüfen von Kontodaten oder das Finden eines Geldautomaten. Unabhängig vom Ziel sollte es ohne Aufwand erreichbar sein.

Bei der Entwicklung eines Finanz-MVPs sollten Sie Ihre Nutzerinnen und Nutzer genau kennen. Richtet sich die Lösung an Unternehmen oder Privatpersonen? Welche Finanzdienstleistungen sollen angeboten werden? Soll es nur eine Mobile-App geben oder auch eine Web-Version?

Ein klares Verständnis der Zielgruppe ist entscheidend für ein gutes Nutzererlebnis. Deshalb empfiehlt sich die Erstellung präziser Nutzerprofile. Regelmässige Interface-Tests helfen zusätzlich, die Praxistauglichkeit des Designs zu bestätigen.

Maximale Funktionalität im Rahmen des MVPs

Ein minimal funktionsfähiges Bankprodukt bietet bewusst nur eine begrenzte Anzahl an Funktionen. Umso wichtiger ist es, diese Funktionen perfekt auszuarbeiten und bis ins Detail zuverlässig umzusetzen. Das führt direkt zum Thema Tests. A/B-Tests und ähnliche Methoden lassen sich bereits in der MVP-Phase einsetzen. Noch vor dem Launch sollte jedoch sichergestellt werden, dass keine schwerwiegenden Fehler existieren, die die Nutzung der vorhandenen Funktionen beeinträchtigen.

Die Frage der Skalierbarkeit

Aus Sicht von Entwicklerinnen, Entwicklern und Finanzdienstleistern ist Skalierbarkeit ein zentrales Thema. Der Markt entwickelt sich stetig weiter, weshalb Flexibilität entscheidend ist. Deshalb werden heute häufig Cloud-basierte SaaS-Modelle eingesetzt. Eine Cloud-Lösung erlaubt es, Ressourcen je nach Bedarf hoch- oder herunterzufahren.

Skalierbarkeit sollte von Anfang an mitgedacht werden. Eine Lösung, die sich nicht erweitern lässt, ist langfristig nicht tragfähig. Wichtig ist die Zusammenarbeit mit Teams, die moderne Technologien einsetzen und grosse Datenmengen sowie hohen Traffic bewältigen können.

UX/UI-Prinzipien für Banking-MVPs

Ein MVP bildet nicht zwangsläufig die finale Version des Produkts ab. Dennoch muss es ein hohes Qualitätsniveau liefern und das volle Potenzial zeigen. Der Anspruch an sauberes, nutzerzentriertes Design ist berechtigt, benötigt jedoch Zeit. Gleichzeitig geht es bei der Fintech-MVP-Entwicklung darum, ein Produkt so schnell wie möglich zu liefern und Geschwindigkeit mit Ergebnissen auszubalancieren.

Das zentrale UI/UX-Prinzip lautet: Nutzen Sie Ihre Zeit gezielt und investieren Sie Aufwand in jedes einzelne Element. Trotz des starken Wettbewerbs setzen viele Unternehmen Design zu spät an. Sicherheit, Compliance und Geschwindigkeit haben in dieser Branche zwar einen hohen Stellenwert, doch einfache und klare UI/UX ist ebenso wichtig.

Eine gute Benutzeroberfläche erleichtert das Onboarding und schafft Vertrauen. Studien zeigen, dass hohe Nutzbarkeit zu stärkerer Bindung führt. Auch im Finanzsoftware-Bereich sind Klarheit und Markenauftritt entscheidend für die Nutzerbindung.

Unabhängig davon, wie komplex die Architektur im Hintergrund ist, muss das App-Design einen starken ersten Eindruck hinterlassen und Nutzerinnen und Nutzer dazu bringen, Ihnen ihre Finanzen anzuvertrauen. Dazu gehören ein einfacher Registrierungsprozess, frühe Personalisierung und eine klare Darstellung der Vorteile Ihrer Software.

Gutes Design digitaler Banking-Plattformen umfasst auch Massnahmen zur Nutzerbindung, zum Beispiel:

  • Treueprogramme
  • Bonusprogramme
  • Personalisierte Angebote
  • Funktionen zur Barrierefreiheit und Inklusion

Gerade Letzteres ist besonders wichtig. Ein MVP sollte von allen genutzt werden können, auch von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten, geringer technischer Erfahrung oder Vorbehalten gegenüber digitalen Banking. Ihr Design sollte klare Führungselemente enthalten und einen einfachen Einstieg bieten.

Regulatorische und Compliance-Aspekte bei Banking-MVPs

Wie jedes Bauprodukt muss auch minimal funktionsfähige Banksoftware zahlreiche rechtliche Vorgaben erfüllen. Ihr Team sollte sich daher frühzeitig mit aktuellen Regulierungen vertraut machen und deren Auswirkungen auf Produkt und Funktionen berücksichtigen.

Einerseits kann ein MVP regulatorisch einfacher sein, da es weniger komplexe Funktionen enthält. Andererseits ist es auf Wachstum ausgelegt, wodurch später neue Compliance-Herausforderungen entstehen.

Die wichtigste Grundregel lautet: Sicherheit und Datenschutz haben oberste Priorität. Kundinnen und Kunden müssen ihre Daten einsehen, kontrollieren und gegebenenfalls löschen oder exportieren können. Auf Unternehmensseite müssen Daten verschlüsselt gespeichert und sicher übertragen werden.

Auch eine umfassende Nutzungsvereinbarung ist notwendig, vergleichbar mit einem klassischen Bankvertrag. Digitale Produkte unterliegen zudem speziellen Vorschriften, etwa neuen Kennzeichnungspflichten.

Automatisierte und KI-gestützte Bewertungs- und Schätzmodelle stehen ebenfalls unter regulatorischer Beobachtung. Wer solche Funktionen in ein MVP integrieren möchte, muss die rechtliche Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Wie KI- und ML-Technologien Banking-MVPs verbessern

Ein Banking-MVP lebt von Nutzerfeedback. Der Launch ist nur der Anfang. Danach werden Daten gesammelt, Anforderungen besser verstanden und Verbesserungen geplant, ohne hohe Zusatzinvestitionen.

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen können diesen Prozess erheblich beschleunigen. Systeme analysieren grosse Datenmengen schnell und zuverlässig, während Menschen sich auf Aufgaben konzentrieren, die menschliche Interaktion erfordern.

Auch nach der MVP-Phase helfen ML-Algorithmen, Nutzerverhalten auszuwerten und personalisierte Empfehlungen zu erstellen, ähnlich wie bei Streaming-Plattformen.

KI-Tools können Daten aus App und Website zusammenführen, Dubletten bereinigen, Kundensegmente bilden und wertvolle Einblicke liefern. Die Integration dieser Technologien steigert den Nutzen eines Finanz-MVPs deutlich.

Kostenschätzung: Was kostet ein Banking-MVP?

Die Kosten für ein minimal funktionsfähiges Bankprodukt variieren stark. Faktoren sind unter anderem Standort, Erfahrung und Zusammensetzung des Entwicklungsteams sowie die Komplexität des Projekts.

Ein MVP als digitale Bankfiliale kostet bei Anbietern aus Nordamerika meist mehr als bei Teams aus Osteuropa oder Südostasien. Entscheidend ist die richtige Balance zwischen Kosten und Qualität.

Viele Expertinnen und Experten empfehlen Teams aus kostengünstigeren Regionen mit nachweislich erfolgreichen Projekten. So lassen sich Qualität und Budget gut ausbalancieren.

Da ein MVP bewusst schlank gehalten ist, lassen sich Ausgaben durch gute Planung kontrollieren. Design sollte zur Marke passen und eine klare Navigation bieten. Funktionen sollten ein hohes Nutzen-Kosten-Verhältnis haben.

Am Ende können sich die Kosten eines Finanz-MVPs beispielsweise zwischen 50.000 und 95.000 US-Dollar bewegen. Entscheidend ist, ob sich dieser Betrag in der Qualität des Produkts widerspiegelt.

Fazit

Viele gute Ideen beginnen als lange Liste grossartiger Funktionen. In der Praxis der Banking-Software Entwicklung zeigt sich jedoch: Jedes neue Feature erfordert umfangreiche technische und organisatorische Prozesse im Hintergrund.

Je mehr Funktionen im ersten Release enthalten sind, desto langsamer kommt das Produkt auf den Markt. Deshalb ist die Priorisierung der Funktionen vor Beginn der Entwicklung entscheidend.

Ein Banking-MVP kann bis zu 95.000 US-Dollar kosten. Der genaue Betrag hängt von der Projektkomplexität ab. Kontaktieren Sie S-PRO, um heute eine grobe Kostenschätzung für Ihr Projekt zu erhalten.

Abonnieren
Holen Sie sich technische Einblicke und Branchennews

    Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzrichtlinie zu.
    This site is protected by reCAPTCHA and Google. Privacy Policy and Terms of Service apply.
    Vielen Dank!
    Machen Sie sich bereit! Sie erhalten handverlesene Inhalte direkt in Ihren Posteingang.