Vielleicht haben Sie bereits darüber nachgedacht, wie man eine Bank gründet. Diese Finanzinstitutionen lassen sich jedoch nicht leicht aufbauen, da sie stark reguliert und genau geprüft werden.
Bevor Sie eine Bank eröffnen können, müssen zahlreiche rechtliche Hürden überwunden werden. In der Regel benötigen Bankgründer deutlich mehr als ein Jahr, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen und administrative Prozesse abzuschliessen, bevor sie überhaupt die erste Einlage annehmen dürfen.
Das liegt daran, dass Banken zu den wichtigsten Institutionen einer modernen Volkswirtschaft gehören.
Ihre Aufgabe besteht darin, das Geld der Einleger zu verwahren und Kredite an Kunden zu vergeben, die Finanzierung benötigen. Zudem unterstützen sie den Geschäftsbetrieb von Unternehmen und stellen damit die Liquidität bereit, die eine Wirtschaft zum Funktionieren braucht.
Dieser Artikel zeigt, was erforderlich ist, um ein Bankgeschäft zu gründen. Er behandelt die wichtigsten Aspekte, darunter:
- Die grundlegenden Anforderungen
- Den Geschäftsplan
- Die Anforderungen an das Gründerteam
- Die einzuhaltenden regulatorischen Vorgaben
- Kapitalanforderungen
- Das Verständnis des Core-Banking-Systems
Einführung: Die Entwicklung des Bankwesens im Jahr 2025
Die Entscheidung, eine Bank zu gründen, ist stets ein komplexes Vorhaben. In der heutigen Hightech-Welt bringt sie zudem besondere Anforderungen mit sich. Banker mussten sich schon immer mit Vorschriften und gesetzlichen Vorgaben auseinandersetzen, die festlegen, wie eine Bank geführt wird und welche Bedingungen für die Einhaltung der Compliance erfüllt sein müssen. Heute kommt jedoch eine Vielzahl technologischer Anforderungen hinzu.
Die digitale Transformation ist längst Realität. Es wird bereits über KI-gestützte Banken gesprochen. Viele aktuelle Trends sind stark technologiegetrieben, weshalb die Gründung einer Bank ein solides Team von Ingenieuren erfordert. So werden Sie voraussichtlich auf Cloud-Anbieter zurückgreifen, um Informationen zu speichern, interne Systeme zu betreiben und Notfall- sowie Wiederherstellungspläne umzusetzen.
Vollständig KI-gesteuerte Banken werden in diesem Jahr zwar noch nicht erwartet, der allgemeine Einsatz von KI im Bankwesen ist jedoch bereits möglich. KI unterstützt unter anderem bei der Betrugsprävention, der Risikobewertung und dem Kundenmanagement. Dennoch ist Vorsicht geboten, klassische Systeme nicht vollständig zu ersetzen. Ein Bericht von Deloitte weist darauf hin, dass das Bankgeschäft besonders anfällig für sogenannte „Change Fatigue“ ist.
Dennoch zeigt sich klar: Wer eine Bank besitzen möchte, muss Technologie konsequent nutzen und gleichzeitig in einen bereits stark wachsenden Markt eintreten. Trotz des Wettbewerbs gibt es weiterhin Raum für neue Akteure. Die zentrale Frage lautet daher, wie man den eigenen Bankbetrieb aufbaut – genau dabei soll dieser Leitfaden helfen.
Mindestkapitalanforderungen für die Gründung einer Bank im Jahr 2025: Wie viel Kapital wird benötigt?
Wenn Sie sich entschieden haben, eine Bank zu gründen, rechnen Sie vermutlich bereits mit erheblichen Kosten. Dennoch variieren die Anforderungen, und es ist wichtig, Klarheit darüber zu gewinnen, wie hoch der tatsächliche Kapitalbedarf ist.
In den USA gelten für nationale Banken folgende Mindestkapitalquoten:
- Eine harte Kernkapitalquote (Common Equity Tier 1) von 4,5 Prozent
- Eine Tier-1-Kapitalquote von 6 Prozent
- Eine Gesamtkapitalquote von 8 Prozent
- Eine Verschuldungsquote von 4 Prozent
- Für Banken mit fortgeschrittenen Ansätzen, bundesstaatliche Sparbanken oder Institute der Kategorie III unter OCC-Aufsicht eine ergänzende Verschuldungsquote von 3 Prozent
- Für bundesstaatliche Sparbanken eine materielle Kapitalquote von 1,5 Prozent
Diese aktuellen Anforderungen wurden im August 2024 veröffentlicht. Sie können sich im Laufe der Zeit ändern, werden jedoch voraussichtlich auch 2025 relevant bleiben. Wer eine Bank gründen möchte, muss daher genaue Berechnungen anstellen. Insbesondere ist zu prüfen, wie das Startkapital verteilt wird und ob die erforderlichen Quoten erfüllt werden.
Darüber hinaus bestehen weitere finanzielle und regulatorische Anforderungen für angehende Bankinhaber. Dazu gehört unter anderem die ausdrückliche Genehmigung durch zwei zuständige Aufsichtsbehörden. Zusätzlich ist umfangreiche Dokumentation vorzubereiten, etwa zum Geschäftsplan, zur Geschäftsleitung, zum Risikomanagement und zu weiteren zentralen Themen. Entsprechend erfordert dieser Prozess sowohl Zeit als auch erhebliche finanzielle Mittel.
Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Gründung eines Bankgeschäfts erfordert beträchtliches Startkapital. Dieses muss gezielt eingesetzt und strukturiert werden, um die aktuellen Kapitalanforderungen und Vorgaben der US-Notenbank vollständig zu erfüllen.
Was Sie für die Gründung einer neuen Bank benötigen
Angesichts der Vielzahl bereits bestehender Banken könnte man meinen, dass die Gründung einer Bank einfach ist. Das ist sie nicht.
Selbst in der grössten Volkswirtschaft der Welt, den Vereinigten Staaten, werden laut der privaten Beratungsfirma Carpenter & Company jährlich nur etwa 20 neue Bankanträge gestellt.
Im Vereinigten Königreich wurden seit 2013 im Durchschnitt lediglich vier neue Banken pro Jahr genehmigt.
Der Aufwand ist so erheblich, dass viele Gründer die Unterstützung externer Experten und Berater in Anspruch nehmen, um den Prozess erfolgreich zu durchlaufen.
Banken unterliegen strengen regulatorischen Vorgaben, und je nach Standort benötigen Sie die Genehmigung mehrerer Aufsichtsbehörden.
Ein Teil Ihrer Antragsunterlagen muss umfassende Informationen über die Gründer enthalten, darunter:
- ihren beruflichen Werdegang und ihre Fachkompetenz
- ihre finanzielle Situation
- ob ausreichend Kapital vorhanden ist
- wie das Risikomanagement organisiert wird
- einen belastbaren und durchdachten Geschäftsplan
Der erforderliche Kapitalbedarf ist erheblich. Die genaue Höhe variiert je nach Regulierungsbehörde, doch allgemein gilt ein Kapital von rund 15 Millionen US-Dollar als solide Ausgangsbasis für die Gründung einer Bank.
Antragsteller, die unzureichend vorbereitet sind, scheitern in der Regel.
Viele Investoren fühlen sich von der vergleichsweisen Stabilität von Banken angezogen, da diese oft über eine loyale Kundenbasis verfügen. Dies liegt vor allem daran, dass Banken stark reguliert sind und das Risiko eines Scheiterns nach dem Markteintritt dadurch geringer ausfällt.
Diese Attraktivität kann zwar Spekulanten anziehen, doch sie werden meist schnell abgeschreckt, sobald die Komplexität des gesamten Prozesses deutlich wird.
Die Bedeutung des Geschäftsplans
Einer der wichtigsten Schritte bei der Gründung einer Bank ist die Erstellung eines umfassenden und strategischen Geschäftsplans.
Der Geschäftsplan soll die Aufsichtsbehörden davon überzeugen, dass es sich um ein tragfähiges Vorhaben handelt. Gleichzeitig dient er als zentrales Instrument zur Gewinnung von Investoren.
Idealerweise deckt der Geschäftsplan sowohl die strategische Ausrichtung als auch die Details des täglichen Bankbetriebs ab.
Zu den zentralen strategischen Fragestellungen gehören unter anderem:
- Welche Art von Bank soll entstehen – Geschäftsbank, Privatkundenbank oder eine Kombination aus beidem?
- Wie ist das Führungsteam strukturiert?
- Über welche Erfahrung verfügt das Führungsteam?
- Wie sind die Erfolgsaussichten auf Grundlage einer marktbasierten Analyse einzuschätzen?
Nach der Festlegung der strategischen Ausrichtung sollten die Antragsteller auch Fragen zum operativen Tagesgeschäft beantworten.
Dazu zählen detaillierte Finanzprognosen sowie Szenarioanalysen bis ins kleinste Detail.
Der Geschäftsplan berücksichtigt zudem die Kosten und den zeitlichen Rahmen für die Erlangung aller regulatorischen Genehmigungen und zeigt klar auf, wie das erforderliche Kapital beschafft werden soll.
Die besten Geschäftspläne blicken mehrere Jahre in die Zukunft. Typischerweise beantworten sie unter anderem folgende Punkte:
- Gründungskosten der Bank
- Zielmarkt und ideale Kundengruppe
- Name der Bank
- Gebührenstruktur für unterschiedliche Kundensegmente
- Erlös- und Einnahmemodell
Unterschiedliche Aufsichtsbehörden verlangen teils leicht abweichende Informationen. In den meisten Fällen wird jedoch nahezu jeder der genannten Punkte in umfassender und detaillierter Form abgefragt.
Das Gründerteam muss stark sein
Banken können nur von Personen gegründet werden, die über fundierte Erfahrung in der Finanzwelt verfügen.
Die Gründung einer Bank unterscheidet sich deutlich von der Gründung eines allgemeinen Unternehmens, bei dem auch Unternehmer ohne Vorerfahrung erfolgreich sein können. Aufsichtsbehörden genehmigen kein Team aus fachfremden Geschäftsleuten, die versuchen, eine Bank zu gründen. Die Risiken sind zu hoch.
Um eine Banklizenz zu erhalten, muss das obere Management aus erfahrenen Fachkräften bestehen, die nachweisliche Erfolge im Bankwesen vorweisen können.
Idealerweise setzt sich der Verwaltungsrat aus Fachexperten zusammen, die jeweils eine Funktion übernehmen, die der neuen Bank konkret zugutekommt.
Das bedeutet, dass das Führungsteam nicht nur über Bankerfahrung verfügen muss, sondern auch Mitglieder haben sollte, die jeweils einen Funktionsbereich wie Compliance, IT oder Betrieb verantworten.
Nicht nur Regulierungsbehörden legen grossen Wert auf die Zusammensetzung des Führungsteams. Auch Investoren sind deutlich eher bereit, ein Team aus bewährten Experten zu finanzieren als vollständige Neueinsteiger.
Nach dem Start der Bank wird schnell deutlich, wie wichtig das Team für den laufenden Betrieb ist. Sofern Sie nicht vollständig finanziert sind, was selten der Fall ist, müssen Sie dauerhaft kosteneffizient arbeiten.
Daher ist es langfristig immer vorteilhafter, interne Experten zu haben, anstatt zentrale Funktionen wie Compliance oder Softwareentwicklung auszulagern.
Regulierung ist entscheidend
Aufsichtsbehörden in unterschiedlichen Regionen haben jeweils eigene Vorschriften. Eines ist jedoch klar: Der Erhalt einer Banklizenz ist in keinem Land ein einfacher Prozess.
Bevor eine Bank die Betriebserlaubnis erhält, muss sie zahlreiche rechtliche und regulatorische Hürden überwinden. In einigen Ländern gibt es eine zentrale Aufsichtsbehörde, die die Banklizenz erteilt.
In vielen Fällen greifen jedoch mehrere Regulierungsinstanzen ineinander, sodass zusätzlich eine separate Genehmigung erforderlich ist, bevor der operative Betrieb aufgenommen werden darf.
Ein Beispiel hierfür sind die USA. Dort reicht es nicht aus, eine staatliche Banklizenz zu erhalten. Eine neue Bank muss zusätzlich eine Einlagensicherung abschliessen.
Zu den zentralen Zielen der meisten Aufsichtsbehörden gehören:
- Sicherstellung der Stabilität von Banken durch Compliance
- Förderung eines fairen Wettbewerbs innerhalb der Branche
- Schutz der Verbraucherrechte
- Wahrung der Integrität des Finanzsystems
Viele Regulierungsbehörden fordern neue Antragsteller auf, bereits in einer sogenannten Vorantragsphase Kontakt aufzunehmen. So können die Anforderungen an den Antrag frühzeitig klar definiert werden.
Die regulatorischen Pflichten enden jedoch nicht mit der Erteilung der Lizenz. Banken müssen sich einer Vielzahl gesetzlicher Regelwerke und Institutionen anschliessen, um die strengen Standards des globalen Bankensystems einzuhalten.
Banken müssen sich unter anderem an folgende zusätzliche Vorschriften halten:
- Gute Unternehmenspraxis, einschliesslich steuerlicher Pflichten
- Verbraucherschutz
- Geldwäschebekämpfung
- Sicherheit elektronischer Daten
- Fairer Handel
- Berichtspflichten
- Offenlegung von Interessenkonflikten
- Transparenz gegenüber Investoren
- Verwahrung von Kundensicherheiten
- Zentralbankvorgaben
- Know-your-Customer-Vorgaben
Dies erklärt teilweise den Aufstieg von Neobanken wie Simple, Moven oder MonoBank.
Um viele regulatorische Hürden zu umgehen, haben diese Unternehmen keine eigenen Lizenzen beantragt, sondern operieren unter den Lizenzen grösserer, etablierter Banken.
Der Nachteil besteht darin, dass sie sich in vielen Fällen nicht als Banken bezeichnen dürfen, sondern als Fintech-Unternehmen.
Eine weitere Möglichkeit, den administrativen Aufwand zu reduzieren, besteht im Kauf einer kleinen Bank. Dies ist jedoch oft schwieriger als erwartet, da auch die Übertragung der Eigentumsverhältnisse komplex, zeitaufwendig und selten schneller marktfähig ist.
Kapitalanforderungen und Finanzierung
Neue Bankantragsteller müssen die Aufsichtsbehörden davon überzeugen, dass sie über ausreichend Kapital verfügen.
Sollte zum Zeitpunkt der Gespräche mit den Regulierungsbehörden noch nicht das gesamte Kapital vorhanden sein, muss im Geschäftsplan eine realistische Strategie zur Kapitalbeschaffung dargelegt werden.
Bankgründer erkennen schnell, dass die Kapitalbeschaffung ein fortlaufender Prozess ist. Neue Antragsteller werden häufig ausdrücklich darauf hingewiesen, nicht erst alle Mittel sichern zu wollen, bevor sie den Kontakt mit der Aufsichtsbehörde aufnehmen.
In manchen Fällen reicht bereits der Erhalt einer Banklizenz aus, um weiteres Kapital von Investoren einzuwerben, die dadurch erkennen, wie ernsthaft das Vorhaben betrieben wird.
Die Aufsichtsbehörde gibt vor, welche Kapitaladäquanzanforderungen ein Institut in seinem Markt erfüllen muss. Diese Vorgaben basieren nicht auf Schätzungen, sondern auf dem Kapitalbedarf zur Absicherung des Risikoprofils, der Geschäftstätigkeit und der Wachstumsziele der Bank.
Neue Banken müssen diese Kapitalniveaus in der Regel aufrechterhalten, bis der Geschäftsbetrieb stabil etabliert und profitabel ist.
Wie bereits erwähnt, wird der neuen Bankgründern geraten, nicht zu warten, bis das gesamte Kapital aufgebracht ist. Die Gründer der Arival Bank bestätigen, dass Fundraising niemals endet. Noch vor der Beantragung der Banklizenz sammelten sie eine Million US-Dollar von Venture-Investoren ein. Dieses Kapital wurde überwiegend für Betriebskosten im ersten Jahr verwendet, etwa für Gehälter, Rechtskosten, Compliance-Berater und die erste Zahlung für das Core-Banking-System.
Weitere Mittel flossen später in das regulatorische Eigenkapital sowie in Ausgaben für die Produktentwicklung und den Kundensupport.
Jeder neue Gründer träumt davon, den Markt zu verändern und Aufmerksamkeit zu erregen. In der Anfangsphase ist es jedoch entscheidend, die Grundlagen richtig zu beherrschen:
- Welche Art von Bank möchten Sie gründen?
- Wie viel Kapital steht zur Verfügung?
- Verstehen Sie Ihr Kundensegment?
- Sind Sie darauf vorbereitet, einen positiven Eindruck bei den Aufsichtsbehörden zu hinterlassen?
Die Bedeutung des Core-Banking-Systems
Für Banken ist eine der wichtigsten Komponenten der Infrastruktur die Software, die den täglichen Betrieb wie Einzahlungen, Auszahlungen und Finanzhistorien steuert. Diese zugrunde liegende Technologie wird als Core-Banking-System bezeichnet.
Dieses System bildet das Rückgrat einer modernen Bank. Es ermöglicht die Verwaltung von Kundenkonten, verarbeitet finanzielle Transaktionen, dokumentiert Geldbewegungen und stellt umfangreiche Berichtsfunktionen bereit.
Selbstverständlich muss dieses System stabil und ausfallsicher sein.
Aufsichtsbehörden legen grossen Wert darauf, dass das Core-Banking-System von einem vertrauenswürdigen und etablierten Anbieter betrieben wird. Nur wenige Banken entscheiden sich aufgrund der hohen Kosten und des laufenden Wartungsaufwands für die Entwicklung eines eigenen Systems.
Viele neue Banken greifen daher auf White-Label-Lösungen zurück, die bereits vorkonfiguriert sind.
Diese Option bringt jedoch die typischen Risiken externer Systeme mit sich. Häufige Bedenken betreffen möglichen fehlerhaften Code, der die Integrität der Banktransaktionen beeinträchtigen könnte.
Banken müssen daher sorgfältig abwägen, ob sie eigene Software von Grund auf entwickeln wollen. Die Entwicklung stabiler Systeme ist komplex, insbesondere da mit dem Wachstum des Produktportfolios auch der Wartungsaufwand kontinuierlich steigt.
Neue Bankgründer stehen bei dieser Entscheidung vor einer erheblichen Herausforderung.
Agile Fintechs
Die Auseinandersetzung mit der Frage des Core-Banking-Systems ist der Bereich, in dem die neue Generation von Fintech-Banken besonders agil agieren kann. Neobanken sind dafür ein gutes Beispiel. Diese rein digitalen Banken bieten sowohl Privatkunden als auch Unternehmen eine Vielzahl komfortabler Dienstleistungen, oft zu geringen Kosten.
Neobanken entwickeln ihren Code in der Regel nicht selbst, sondern erwerben Vorlagen auf Basis ausgewählter Fintech-Produkte, die weltweit entwickelt wurden. Diese Produkte verfügen häufig bereits über eine etablierte Nutzerbasis, wodurch die Entscheidung, auf sie zurückzugreifen, mit einem geringeren Risiko verbunden ist.
Die grösste Herausforderung des Fintech-Ansatzes besteht darin, dass einzelne Produkte und Dienstleistungen oft nicht die vollständige Produktpalette einer traditionellen Bank abdecken.
In diesem Fall ist die Lösung naheliegend: Neue Fintechs können ein Ökosystem aus unterschiedlichen Fintech-Produkten aufbauen, um die gesamte Produktpalette einer Bank abzubilden. Für viele neue Banken kann dieser Ansatz eine praktikable und zukunftsfähige Option sein.
Digital-Only-Banks vs. traditionelle Banken: Welches Modell passt zu Ihnen?
Kapital treibt Innovationen in vielen Branchen voran. Das Bankwesen ist ein gutes Beispiel dafür, was man an der Entstehung von rein digitalen Banken sieht. Es mangelt dieser neuen Generation von Investmentbanken nicht an Optionen, aber ist dieser Ansatz die richtige Wahl für ein erstes Bankenprojekt?
Wir haben bereits über die Bedeutung der Planung und die Herausforderungen gesprochen, vor denen Banken stehen. Jetzt schauen wir uns eine weitere grundlegende Entscheidung an, die Sie beim Start einer Bank treffen: digital oder traditionell. Zunächst einmal sind die Vorteile einer Online-Bank klar:
- Geringe Kosten für Standortaufbau und -wartung
- Weniger Personalbedarf
- Möglichkeit, Dienstleistungen mit geringeren Investitionen auf neue Märkte auszuweiten
- Schnellere Kommunikation und Betreuung von Kunden
Doch wie Sie wissen, stehen Gründer einer Bank auch vor Problemen – bei Online-Banken gelten vor allem:
- Potenzielle Schwierigkeiten bei der rechtlichen Compliance
- Hohe technologische Erwartungen
- Starke Konkurrenz
- Erwartung der Kunden nach Rund-um-die-Uhr-Service
Diese Punkte können der Rentabilität eines Banking-Vorhabens im Weg stehen. Gleichzeitig hat auch das traditionelle Modell klare Vor- und Nachteile. Filialen in verschiedenen Städten, Bundesstaaten oder Ländern zu unterhalten, ist sehr kostspielig. Sie mit den richtigen Fachkräften zu besetzen, ist sowohl teuer als auch schwierig. Dennoch bietet der traditionelle Ansatz den Vorteil, einen bereits bekannten Weg zu gehen und typische Fehler vermeiden zu können.
Kurz gesagt: Digital ist sinnvoll, wenn Sie mit einem begrenzten Budget arbeiten und ein schlankes Unternehmen mit schneller Entwicklung und kontinuierlicher Kundenansprache führen möchten. Traditionelle Banken hingegen helfen dabei, Vertrauen aufzubauen, Markenbekanntheit über Filialen zu stärken und einige Risiken zu reduzieren.
Die endgültige Entscheidung hängt natürlich davon ab, wie diese Vor- und Nachteile zu Ihren Ressourcen und Ihrem gewünschten Markenbild passen. Eine Bank, die sich als modern und zukunftsorientiert positionieren möchte, ist mit einem rein digitalen Modell wahrscheinlich besser beraten. Wer hingegen eine ältere Zielgruppe gewinnen möchte, sollte sich gut überlegen, ob er vollständig auf online setzt.
Eine Bank gründen: Das regulatorische Umfeld im Jahr 2024 verstehen
Das Jahr 2023 erwies sich als ein entscheidendes Jahr für das US-Bankwesen. Innerhalb einer Woche gingen zwei der grössten Finanzinstitute Amerikas – Silicon Valley Bank und Signature Bank – von der Verwaltung von Milliarden von Dollar in die Abwicklung über. Später musste die First Republic Bank unter Zwangsverwaltung gestellt werden, nachdem sie über Jahre hinweg die Bedenken der FDIC ignoriert hatte, während Dutzende kleiner und mittelgrosser Banken Rekordwerte bei Einlagen- und Liquiditätsstress meldeten. Als Reaktion auf diese Ereignisse richten die Aufsichtsbehörden ihren Fokus 2024 stärker auf wahrgenommene regulatorische Schwächen, unter anderem durch:
Risikomanagement und regulatorische Aufsicht
Die Folgen der Bankenzusammenbrüche von 2023 offenbarten erhebliche Schwächen in der Intensität der Aufsicht im vergangenen Jahrzehnt. 2024 wird eine strengere Kontrolle erwartet, insbesondere darin, wie Banken finanzielle Risiken managen. Personen, die darüber nachdenken, wie man eine Bank gründet, müssen eng mit Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, Liquidität melden, Risiken verstehen und mehr Ressourcen für gründliche Prüfungen bereitstellen. Superregionale Banken sollten sich darauf einstellen, kritische Aufsichtsprobleme in deutlich kürzeren Zeiträumen anzugehen.
Krypto und digitale Finanzwelt
2024 stehen Banken, die mit Fintech-Unternehmen kooperieren oder Aktivitäten im Bereich Blockchain und Kryptowährungen betreiben, unter verschärfter Beobachtung. Gründer, die eine Bank aufbauen möchten, müssen daher verstehen, wie digitale Vermögenswerte funktionieren und wie sie in bestehende rechtliche Rahmen passen, damit ihre Banken neue Technologien nutzen können, ohne gesetzliche Grenzen zu überschreiten.
Basel III Endgame
Basel III Endgame ist eine Richtlinie, die den strengsten risikobasierten Ansatz auf mehr Banken ausweiten soll, indem die Schwelle von 700 Milliarden USD auf 100 Milliarden USD an Vermögenswerten gesenkt wird. Schätzungen der Aufsichtsbehörden zufolge würde dies einen Anstieg der Kapitalanforderungen um 6 bis 19 Prozent im Vergleich zu derzeitigen Standards bedeuten.
Banklizenzen
Die Gründung einer Bank ist ein langwieriger Prozess, der aufgrund starker Regulierung und der erforderlichen Genehmigungen durch verschiedene Behörden ein Jahr oder länger dauern kann. Die Genehmigung für eine staatliche oder bundesweite Banklizenz zu erhalten, anschliessend eine Einlagensicherung durch die FDIC zu sichern und gegebenenfalls weitere Prüfungen durch das Federal Reserve System zu durchlaufen, sind zentrale Schritte.
Einerseits kann jeder Bundesstaat eine eigene Lizenz vergeben. Andererseits darf nur das Office of the Comptroller of the Currency eine nationale Lizenz ausstellen.
Mit einer erteilten Lizenz folgt der nächste Schritt: die Einlagensicherung durch die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC). Doch die Regulierung endet nicht mit der Lizenz. Banken müssen viele zusätzliche Anforderungen erfüllen, darunter Know Your Customer, Berichtspflichten sowie Unternehmensstandards wie Steuerwesen, Transparenz gegenüber Investoren und Massnahmen gegen Geldwäsche.
Um diese regulatorischen Hürden zu umgehen, arbeiten manche angehenden Banken unter der Lizenz bereits etablierter Institute. Der Nachteil: Sie dürfen sich nur als Fintech-Unternehmen bezeichnen, nicht als Banken.
Kapitalanforderungen
Gründer oder Vorstandsmitglieder einer neuen Bank müssen den Aufsichtsbehörden nachweisen, dass genügend Kapital vorhanden ist, um Betrieb, Risikoprofil und zukünftiges Wachstum zu tragen und um wirtschaftliche Abschwünge sowie Anfangsverluste überstehen zu können.
Diese Anforderungen beruhen nicht auf Schätzungen. Stattdessen analysieren Aufsichtsbehörden den Markt, in den du eintreten möchtest, und geben anschliessend an, welches Kapital dafür angemessen ist. Trotzdem sind die durchschnittlichen Anforderungen deutlich. Laut OffShoreCompany.com benötigt man 500.000 bis 1 Million USD an Startkosten und 10 bis 30 Millionen USD an Kapital, um ein Bankgeschäft aufzubauen.
Unterfinanzierte Banken neigen eher zu riskanten Abkürzungen, daher senkt ein zu niedrig angegebenes Kapital die Chancen, FDIC-Einlagensicherung zu erhalten. Wenn jedoch das Kapital beim Treffen mit den Aufsichtsbehörden noch nicht vollständig verfügbar ist, kann die vorgeschlagene Bank dennoch fortfahren – vorausgesetzt, der Geschäftsplan enthält eine realistische Kapitalbeschaffungsstrategie.
Zudem sollten angehende Bankgründer wissen, dass Kapitalbeschaffung eine dauerhafte Aufgabe ist. Man muss nicht warten, bis sämtliche Mittel gesammelt wurden, bevor man die Behörden kontaktiert. Häufig reicht bereits eine genehmigte Lizenz aus, damit Investoren Vertrauen gewinnen und Kapital bereitstellen, was den Markteintritt beschleunigen kann.
Framework für Risikomanagement bei neuen Banken
Wenn Sie eine Bank gründen, gehen Sie automatisch ein beträchtliches Risiko ein. Das liegt daran, dass die Branche wettbewerbsintensiv ist, hohen Kapitaleinsatz erfordert und zudem oft volatil ist. Gleichzeitig ist effektives Risikomanagement ein grundlegender Bestandteil des Bankbetriebs. Schauen wir uns also an, was Sie dabei beachten sollten.
Fachleute sagen, dass dieses Jahrzehnt und der Beginn des nächsten durch intensivere und umfassendere Regulierung geprägt sein werden. Das bedeutet für Banken mehr Verantwortung – und mehr Risiko. Die Kapitalverwaltung geht heute mit zusätzlichen Anforderungen einher, darunter Liquiditätsniveaus, Finanzierungsquellen, Festlegung der Verschuldungsquote und mehr. Diese Kennzahlen zu verfolgen ist essenziell und kann glücklicherweise durch gute Analysetools automatisiert werden.
Ein weiterer grosser Risikobereich entsteht dadurch, dass der Finanzmarkt inzwischen stark miteinander vernetzt ist. Keine Investmentbank steht heute für sich allein. Sie können von Cyberangriffen betroffen sein, die sich nicht einmal gegen Ihr eigenes Unternehmen richten. Störungen in den Sicherheitsprotokollen Ihrer Partner können sich negativ auf Ihre Bank auswirken, was zusätzliche Schutzmassnahmen erforderlich macht.
Hinzu kommt das, was Fachleute als „Kontagionsrisiko“ bezeichnen – negative Marktbewegungen im Zuständigkeitsbereich der Bank können deren Finanzen und Zukunftsaussichten beeinträchtigen. Das ist besonders relevant, wenn eine Bank als global systemrelevant eingestuft wird. In diesem Fall unterliegt sie zusätzlichen Vorschriften und Aufschlägen.
Es ist heutzutage praktisch unmöglich, eine Bank zu eröffnen, ohne KI in irgendeiner Form einzusetzen. Daher sollten Sie sich auch der Risiken beim Einsatz von Modellen bewusst sein – und die Möglichkeiten, wie diese Modelle helfen können, Risiken zu verringern. Die wichtigsten Punkte aus Expertenberichten lassen sich so zusammenfassen:
- Regelmässiges Monitoring der Modulleistung
- Überprüfung auf Bias und Massnahmen zu dessen Korrektur
- Nachverfolgung und Verifizierung analytischer Daten
- Einrichtung externer Audits
Eine Bank gründen: Aufbau Ihrer Banking-Infrastruktur
Neue Banken sind auf eine Vielzahl von Hardware- und Softwaresystemen angewiesen, um ihren Betrieb sicherzustellen.
Physische und softwarebasierte Technologien
Zur Bankhardware gehören Telefone, Tablets und Computersysteme, die von Mitarbeitenden und teilweise auch von Kunden genutzt werden. Dazu zählen unter anderem Bargeldausgabeautomaten, Geldautomaten, Point-of-Sale-Terminals, Kartenlesegeräte sowie physische Sicherheitskomponenten für die Mehrfaktorauthentifizierung, vergleichbar mit sogenannten Cold-Crypto-Wallets.
Core-Banking-Software bildet hingegen das Rückgrat jedes modernen Bankgeschäfts. Diese Anwendungen unterstützen tägliche Kernprozesse wie die Verarbeitung von Ein- und Auszahlungen sowie die Aktualisierung von Konten und Datensätzen.
Zu den typischen Core-Banking-Anwendungen und angrenzenden Systemen gehören unter anderem:
- Künstliche Intelligenz und Large Language Models, die Erkenntnisse aus grossen Datenmengen gewinnen
- Customer-Relationship-Management-Software (CRM) zur Steuerung und Verbesserung von Kundenerlebnissen
- Software zur Geldwäscheprävention und Betrugserkennung, um Finanzkriminalität zu identifizieren und zu verhindern
- Kreditautomatisierungssoftware, die Antrags- und Genehmigungsprozesse vereinfacht
Als Gründer einer neuen Bank benötigen Sie Core-Banking-Software auch für eine effiziente Kontoführung, die Überwachung von Zahlungsströmen sowie die Erstellung regulatorisch erforderlicher Berichte. Durch den Einsatz moderner Technologien kann die von Ihnen aufgebaute Organisation wiederkehrende Aufgaben automatisieren, Kosten senken, fundierte Entscheidungen treffen und das Kundenerlebnis verbessern – alles Faktoren, die nachhaltiges Wachstum und Rentabilität fördern.
Interne Prozesse und Compliance
Zugelassene Banken müssen stabile interne Prozesse etablieren, um gesetzliche Vorgaben einzuhalten und einen effizienten Betrieb sicherzustellen.
Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen
Regulatorische Compliance ist eine zentrale Funktion, die bei rund der Hälfte aller Banken durchschnittlich zwischen sechs und zehn Prozent des Umsatzes verursacht. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen verändert jedoch zunehmend die Gestaltung interner Bankprozesse. Durch die Automatisierung repetitiver Aufgaben, die Erkennung auffälliger Aktivitäten, die Analyse grosser Datenmengen und Echtzeiteinblicke in operative Entscheidungen können Banken ihre Effizienz deutlich steigern.
Personal
Wer darüber nachdenkt, eine Bank zu gründen, sollte wissen, dass kein Finanzinstitut von einer einzelnen Person geführt werden kann. Selbst kleine Fintech-Unternehmen beschäftigen häufig bis zu zehn Mitarbeitende, während die meisten Banken 20 oder mehr Vollzeitkräfte benötigen. Dazu gehören unter anderem Buchhalter, Kundenberater, Kreditvermittler, Anlageberater, interne Revisoren und weitere Fachrollen.
Zusätzlich zum operativen Personal ist ein von der FDIC genehmigtes Managementteam erforderlich. Die Mitglieder dieses Teams sollten über umfassende Kenntnisse von Bankdienstleistungen und Finanzmärkten verfügen, um eine effektive Führung und fundierte Entscheidungen zu gewährleisten.
Sicherheit
Banken mit physischen Standorten müssen erhebliche Investitionen in Sicherheitsmassnahmen einplanen. Dazu gehören Sicherheitsdienste, Tresoranlagen, elektronische Sicherheitssysteme, Überwachungskameras sowie gepanzerte Fahrzeuge fuer den Bargeldtransport.
Fintechs und digitale Banken hingegen müssen in leistungsfähige Cybersicherheit Lösungen investieren, um Kundengelder zu schützen. Auch wenn digitale Banken auf physische Infrastruktur verzichten, bedeutet das nicht automatisch geringere Sicherheitskosten. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die durchschnittlichen Kosten eines Datenschutzvorfalls bei Banken im Jahr 2023 bei 5,9 Millionen US-Dollar lagen. Dies verdeutlicht die finanziellen Risiken unzureichender Sicherheits- und Compliance-Massnahmen.
Fazit
Die Gründung einer Bank ist ein anspruchsvoller Prozess. Neue Gründer müssen sich der erheblichen Herausforderungen bewusst sein, die auf sie zukommen.
Banken sind ein zentraler Bestandteil jeder Volkswirtschaft und werden zu Recht durch Aufsichtsbehörden vor Ausfällen geschützt. Gründerteams müssen damit rechnen, dass sowohl ihre persönlichen Hintergründe als auch ihre strategischen Pläne intensiv geprüft werden.
Zahlreiche grundlegende Entscheidungen sind zu treffen, etwa welche Art von Bank aufgebaut wird und welches Marktsegment bedient werden soll.
Die Zusammenarbeit mit einem etablierten Partner in einem zentralen Bereich wie dem Core-Banking-System kann dabei helfen, Risiken zu reduzieren und den Aufwand erheblich zu verringern, statt den gesamten Weg allein zu gehen.


